Profi-Radsport

Schweizer Camenzind siegt auf der «Achterbahn»

22.04.2001 -

Lüttich (dpa) - Ex-Weltmeister Oscar Camenzind hat beim Weltcuprennen Lüttich-Bastogne-Lüttich den sechsten Schweizer Sieg bei dem ältesten Rad-Klassiker erkämpft. Weiter in Führung im Weltcup-Klassement bleibt Weltmeister Romans Vainsteins aus Lettland, der in Lüttich wie Zabel nicht am Start war.

In Abwesenheit von Cup-Verteidiger Erik Zabel (Unna), der sich auf das Amstel Gold Race in der kommenden Woche vorbereitet, setzte er sich beim vierten Weltcuprennen im Spurt einer fünfköpfigen Ausreißergruppe durch, die sich nach einer 258 Kilometer langen Berg- und Talfahrt durch die Ardennen erst in den Straßen von Lüttich gebildet hatte. Im Weltcup-Klassement schob sich Camenzind durch seinen Sieg auf den vierten Platz gemeinsam mit Zabel vor.

Für den 29 Jahre alten Camenzind, der 1998 Weltmeister war und im Vorjahr die Tour de Suisse zu seinen Gunsten entschieden hatte, zählt der Erfolg beim 109 Jahre alten Traditionsrennen zu den Sternstunden seiner Karriere. Der Kletterspezialist vom Lampre-Team hatte bereits vor dem Rennen erklärt, dass ihm der Streckenverlauf und die kühle Witterung wie auf den Leib geschneidert seien. Im Finale setzte er sich schließlich vor dem Italiener Davide Rebellin und dem Spanier David Etxebarria durch. Das Feld folgte mit 25 Sekunden Rückstand auf die Ausreißer.

Auf der «Achterbahnfahrt», die als härtestes Weltcuprennen des Frühjahrs gilt, hatten auch deutsche Fahrer das Geschehen mitbestimmt. Zu einer neunköpfigen Ausreißergruppe, die sich etwa 80 Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte, gehörten mit dem Ansbacher Jörg Jaksche (Once) und dem Geraer Jens Heppner (Telekom) zwei Deutsche, wenig später stieß ein Quartett mit dem Kasachen Alexander Winokurow vom Telekom-Team hinzu. Etwa 12 Kilometer vor dem Ziel wurden allerdings die Ausreißer vom nach den letzten Anstiegen geschrumpften Hauptfeld geschluckt. Im selben Moment setzten sich die fünf Fahrer wieder ab, die den Spurt auf dem Zielhang im Lütticher Vorort Ans unter sich ausmachten. Einen starken Eindruck hinterließ auch der Heltersberger Udo Bölts.

In der Anfangsphase hatte der Belgier Marc Streel bei einer Alleinfahrt über 150 Kilometer die Aufmerksamkeit für sich, als er zeitweilig 20 Minuten vor dem Feld herfuhr. Vor dem Start hatte der Internationale Radsport-Verband (UCI) Blutkontrollen bei 24 Fahrern vorgenommen. Betroffen waren auch Mitglieder des Teams Telekom. Die weiteren kontrollierten Mannschaften waren US Postal, Festina und iBanesto.com. Nach offiziellen Angaben fielen alle Dopingproben negativ aus.

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