Brändles Paris-Nizza-Tagebuch

Vorne langsam = hinten langsam und umgekehrt

Von Matthias Brändle


Matthias Brändle (IAM) auf der 2. Etappe von Paris-Nizza | Foto: Cor Vos

08.03.2016  |  (rsn) - Heute hatte ich ganz viel Zeit zu überlegen, stundenlang.......schon langweilig, so ewig gerade die Straßen dahinzurollen, ein paar kleinere Hügel rauf und runter, aber das gehört halt auch zum Radrennen dazu. So richtig weiß ich aber immer noch nicht, was ich schreiben soll.....

Wettertechnisch war‘s jedenfalls heute um einiges angenehmer als gestern. Wir haben uns nach der gestrigen Etappe auch noch übers Wetterprotokoll unterhalten, also unter welchen Bedingungen ein Rennen abgebrochen werden sollte. Ich glaube gestern hätte es keine Möglichkeit gegeben, das Rennen beim Einsetzen des Schneefalls zu beenden. Wohin mit knapp 200 Fahrern? Die Busse waren alle schon in der Zielgegend, beim Neutralisieren der Etappe wären wir wohl noch mehr abgefroren.

Beim „Rennen zur Sonne“ jedenfalls hat es sich heute schon ein Stückchen mehr nach Sonne angefühlt. Da dachte ich mir, es wär mal wieder Zeit für einen Tag vorne in der Spitzengruppe. Die Chancen durchzukommen waren angesichts der vielen Sprinter zwar sehr gering, aber man soll ja nichts unversucht lassen. Auch solche Etappen wurden schon von Ausreißergruppen gewonnen.

Achtung, fertig los, Gruppe stand, großzügigen Vorsprung gabs leider nur kurzzeitig, so haben wir es die ersten drei Stunden auch recht gemütlich genommen. 235Watt, 128 Puls, da fahre ich im Training auch nicht viel langsamer. Vorne langsam = hinten langsam und umgekehrt. Aber letztlich bestimmt das Peloton den Zeitabstand.

Als der Vorsprung dann unter drei Minuten geschmolzen war, wurden meine Fluchtbegleiter leicht nervös, somit war es vorbei mit gemütlich. Wir haben alles gegeben, gereicht hat‘s nicht, ein Versuch war es aber allemal wert. Die Beinchen fühlen sich jetzt wieder richtig schön und gut an.

Ich habe das Finale zwar nicht mehr mitbekommen, aber die Bilder von Bouhanni und Matthews sehn ganz schön spektakulär aus. Da haben die Medien wieder was zu schreiben…

Morgen wird euch Stefan Denifl informieren,
ich wünsche eine gute Nacht

Matthias

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