Der Tagesthemen-Moderator gestern bei den Cyclassics Hamburg - Interview

Ingo Zamperoni: “Viele Kurven, aber auch viel Spaß...“

Von Wolfgang Preß

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Tagesschau-Sprecher Thorsten Schröder (li.) und Ingo Zamperoni gestern vor dem Start der Cyclassics | Foto: privat

20.08.2018  | 

Haben Sie was gemerkt, gestern abend bei den Tagesthemen? Als Moderator Ingo Zamperoni um 22 Uhr 45 auf Sendung ging, hatte er 110 Kilometer auf dem Rennrad in den Beinen: Am Vormittag war er zusammen mit Tagesschau-Sprecher Thorsten Schröder die Cyclassics in Hamburg mitgefahren.

Trotzdem führte er locker wie immer durch die Sendung, ein eventueller Muskelkater war ihm nicht anzumerken;-) Heute mittag konnte radsport-news.com mit dem ambitionierten Radsportler am Telefon sprechen, wie es ihm gestern im Rennen so ergangen ist.

radsport-news: Hallo Herr Zamperoni, danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Wie war's denn gestern bei den Cyclassics?
Ingo Zamperoni: Hat wieder Spaß gemacht, auf jeden Fall. Ich war mit dem Tagesschau-Kollegen Thorsten Schröder auf der 100-km-Runde unterwegs. Leider haben wir uns schon recht bald aus den Augen verloren. Thorsten fährt ja wirklich ambitioniert, er war letztes Jahr beim Ironman auf Hawaii dabei. Gestern hat er einen Schnitt von über 40 hingelegt, wie er mir nach dem Rennen auf seinem Garmin gezeigt hat. Da wäre ich mit meinen gut 37 km/h auf Dauer sowieso nicht mitgekommen.

Hamburg ist Ihre Heimatstadt, seit Sie beim NDR sind. Wie oft waren Sie denn schon bei den Cyclassics dabei?
Dieses Jahr das fünfte Mal, glaube ich. Ich bin seit 2002 in Hamburg, meine Cyclassics-Premiere war 2009, dann war ich zwei Jahre in Washington (als ARD-Korrespondent; d.Red.). Seit 2016 mache ich die Tagesthemen, seitdem bin ich jedes Jahr mitgefahren.

Es geht das Gerücht, dass Sie ihr Rad immer mit in die Redaktion nehmen, wenn Sie Tagesthemen-Dienst haben...
Manchmal fahre ich mit dem Rennrad ins Büro, das trage ich dann tatsächlich in die Redaktion. Das gute Stück möchte ich nicht auf der Straße stehen lassen. Aber üblicherweise nehme ich mein Alltagsrad, ein ganz normales Tourenrad mit Licht, Gepäckträger und Schutzblechen, das lasse ich schon am Radparkplatz des NDR stehen, das ist nicht so wertvoll.

Dieses Jahr gab's eine neue Strecke bei den Cyclassics. Wie hat sie Ihnen gefallen?
Ich habe die Köhlbrand-Brücke vermisst, das fand ich immer einen Höhepunkt, da drüber zu fahren, mit der Aussicht auf den Hafen und Hamburg. Aber die Strecke durch Schleswig-Holstein war schon sehr schön, vor allem die Hahnheide, ein beeindruckendes Naturschutzgebiet mit knorrigen alten Bäumen. Den Part durch Hamburg fand ich sehr kurvig, das ist bei so vielen Teilnehmern nicht unproblematisch. Es gab etliche Stürze, wenn auch die meisten eher glimpflich ausgegangen sind, wie ich gehört habe.

Fahren Sie denn außer Hamburg noch andere Jedermann-Rennen?
Den Velothon in Berlin und die Velotour in Frankfurt bin ich öfters gefahren, auch beim "ProAm" in Hannover war ich schon, oft mit Thorsten (Schröder; d.Red.). Mit ihm fahre ich gerne - wenn auch meist eher hinterher (lacht). Er hat mir letzten Herbst seine alte Trainingsrolle überlassen, damit ich den Winter über fitter bleibe.

Welches Rennen möchten Sie unbedingt noch fahren?
Als ich in Washington war, wollte ich den Gran Fondo New York immer mal mitfahren, aber es hat terminlich nie geklappt. Und bei der Eroica wäre ich gern irgendwann dabei, mit meinem alten Bianchi-Stahlrenner.

Wie sind Sie eigentlich zum Rennrad gekommen?
Früher habe ich viel Hockey gespielt (mit Wiesbaden, wo er geboren und aufgewachsen ist, war Zamperoni sogar mal deutscher Vize-Meister; d.Red.), aber als Journalist, der ständig unterwegs ist, wird eine Mannschaftssportart immer schwieriger in den Alltag zu integrieren. Irgendwann hier in Hamburg habe ich dann festgestellt, dass mir Rennradfahren Spaß macht, und dass ich es immer dann machen kann, wenn ich Zeit habe. So ist es heute noch.

Jetzt kommt die für Radsportler unvermeidliche Frage: Wieviele Kilometer machen Sie denn so im Jahr?
Schwierig... Ich fahre nicht immer mit Computer. Aber solange das Wetter nicht richtig übel ist, gehe ich von Frühjahr bis Herbst schon mindestens einmal die Woche auf meine Hausrunde. Das sind so um 80 Kilometer durch das Alte Land. Je nachdem, wieviel Zeit ich habe, und wie das Wetter ist, können das auch mal über 100 km werden, oder auch nur 60. Also um 3000 Kilometer werde ich im Jahr wohl schon auf die Uhr bekommen, wenn ich das mal so überschlägig rechne. Und dann fahre ich mit dem Rad in die Redaktion - wenn's schön ist.

Sie sind gestern bei den Cyclassics sicher das eine oder andere Mal erkannt worden - und auch angesprochen?
Klar... Vor allem als Ko-Kommentator mit Florian Nass bei der Königs-Etappe der Tour de France war ich einigen noch in Erinnerung. Aber da wir doch alle recht flott unterwegs waren, sind die Gespräche eher kurz geblieben.

Sind Sie die Cyclassics nächstes Jahr wieder auf Ihrem Rennplan?
Wenn's terminlich passt, auf jeden Fall. Vielleicht geht's dann ja wieder über die Köhlbrand-Brücke...
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