“Absichtlich zu Fall gebracht“

Reichenbach erstattet Anzeige gegen Moscon


Sebastien Reichenbach (FDJ) hat Anzeige gegen Gianni Moscon (Sky) erstattet. | Foto: Cor Vos

04.10.2017  |  (rsn) - Sebastien Reichenbach (FDJ) hat sowohl bei der italienischen Polizei als auch beim Radsportweltverband UCI Klage gegen Gianni Moscon (Sky) eingereicht. Der Schweizer behauptet, dass ihn der Italienische Zeitfahrmeister beim gestrigen Eintagesrennen Tre Valli Varesine absichtlich vom Rad gestoßen habe. Reichenbach hatte sich bei dem Sturz den Ellenbogen gebrochen und wird operiert werden müssen.

"Ich erstatte Anzeige gegen Gianni Moscon, weil er mich absichtlich zu Fall gebracht hat", sagte Reichenbach am Mittwochmorgen der Zeitung Le Nouvelliste. Wie der 28-Jährige weiter erklärte, gäbe es für den Vorfall auch Zeugen. "Mehrere Fahrer haben die Aktion gesehen und sind bereit, für mich auszusagen. Er hat sich mit Absicht gegen mich geworfen“, betonte Reichenbach, der sich zudem der Unterstützung seines Teams sicher sein kann, das Moscon nach dem Rennen über Twitter als Täter benannt hatte und das Reichenbach nach dessen Worten nun ermutigt hat, den Italiener zu verklagen.

Reichenbach geht davon aus, dass es sich bei der Attacke um eine Revanche dafür handelte, dass er die rassistischen Beleidigungen Moscons gegen seinen FDJ-Teamkollegen Kevin Reza auf der 3. Etappe der Tour de Romandie auf Twitter öffentlich gemacht hatte, ohne allerdings den Sky-Profi namentlich zu benennen. Moscon war danach von seinem Team für sechs Wochen suspendiert worden. Zudem musste er einen "diversity awareness course“ absolvieren, bei dem man lernt, sich nicht diskriminierend zu verhalten.

Moscon selber bestritt gegenüber der Gazzetta dello Sport die Vorwürfe und behauptete stattdessen, dass Reichenbach auf groben Straßenbelag die Kontrolle über sein Rad verloren habe. Dabei gab der 23-Jährige zumindest zu, sich in Reichenbachs Nähe befunden zu haben, als der Sturz geschah. Team Sky wollte sich zu den Vorwürfen noch nicht äußern. Mit der nun gegen den Fahrer vorliegenden Anzeige dürfte sich diese Haltung bald ändern.

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