Profi-Radsport

Vier Telekom-Mitglieder nach Italien vorgeladen

09.02.2002 -

Florenz (dpa) - Zwei aktuelle und zwei ehemalige Mitglieder des Telekom-Teams sind im Zug der Doping-Ermittlungen vom vergangenen Giro d`Italia von der Staatsanwaltschaft Florenz vorgeladen. Das bestätigte Teamsprecher Olaf Ludwig.

Es handelt sich um die italienischen Profis Alberto Elli, den der gemeinsame Telekom- Anwalt Giovanni Flora nicht mehr vertreten wird, Giovanni Lombardi, sowie Jan Ullrich (Merdingen) und Mannschaftsarzt Lothar Heinrich.

«Diese vier sind vorgeladen - das ist bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass Ullrich und Heinrich nicht persönlich erscheinen müssen», sagte Ludwig. Elli, zur Zeit bei der Malaysia-Rundfahrt beschäftigt, und Lombardi, in dieser Saison an der Seite des italienischen Top-Sprinters Mario Cipollini, fahren inzwischen für andere Teams. «Elli hatte uns gegenüber zugegeben, dass eine von der Polizei gefundene Insulin-Spritze von ihm stammte. Damit hat er klar gegen unsere Doping-Bestimmungen verstoßen. Deshalb lassen wir ihn nicht mehr von unserem Anwalt vertreten», erklärte Ludwig weiter.

Bei Ullrich, im Moment im Trainingslager in Südafrika, wurden bei der spektakulären Giro-Razzia am 6. Juni 2001 in San Remo verbotene, durch Indikation aber sanktionierte Kortison-Präparate gefunden. Bei Elli wurden Spritzen mit Resten von Insulin und Wachstumshormonen sichergestellt, bei Lombardi und Heinrich Coffein-Tabletten. Der Teamarzt von der Uniklinik Freiburg hätte seine Coffein-Pillen zum Eigenbedarf nach einem Jet-Lag benutzt.

Gegen den persönlichen Ullrich-Betreuer Dieter Ruthenberg (Berlin) und den ehemaligen Telekom-Profi Roberto Sgambelluri (Italien) werde nach Informationen aus Florenz nicht mehr ermittelt.