Vertrag mit Hauptsponsor bereits unterzeichnet

Herrmann und Janorschke gründen erstes deutsches UCI-Crossteam

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Herrmann und Janorschke gründen erstes deutsches UCI-Crossteam "
Stefan Herrmann (li.) und Grischa Janorschke waren die Macher beim Herrmann Radteam - und gründen nun ein UCI Cross-Team. | Foto: Marcel Hilger / Herrmann Radteam

03.06.2020  |  (rsn) – Die Corona-Krise hat einige Teams in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, manche von ihnen werden im Winter sogar von der Bildfläche verschwenden. Positive Nachrichten können dagegen Stefan Herrmann und Grischa Janorschke übermitteln. Das Duo, das bis Ende 2019 das erfolgreiche Herrmann Radteam leitete, wird zum kommenden Winter Deutschlands erstes UCI Cross-Team an den Start schicken. Dies verrieten Herrmann und Janorschke im Gespräch mit radsport-news.com.

Der Wiedereinstieg der Verantwortlichen wirft zunächst die Frage auf, weshalb man innerhalb eines Jahres wieder in den Radsport zurückkehrt. “Einer der Gründe für die damalige Entscheidung war, dass wir trotz unserer Erfolge und fleißigem Klinkenputzen keinen großen Hauptsponsor gefunden haben. Dazu arbeiten Grischa und ich Vollzeit, haben das Radsportteam noch nebenbei betrieben, was eine 365-Tage-Angelegenheit war. Wir kamen da schon an die Grenze unserer persönlichen Ressourcen“, erklärte Herrmann. Beim Cross-Team dagegen konzentriere sich das Geschehen vor allem auf die Wintermonate, dazu sei es endlich gelungen, einen Namenssponsor an Land zu ziehen. Der langfristige Vertrag mit dem Hauptsponsor ist bereits unterschrieben, dieser soll zeitnah bekannt gegeben werden.

Das Interesse am Cross-Sport weckte bei Janorschke und Herrmann der Besuch beim Weltcuprennen in Hoogerheide, wo 50.000 Zuschauer vor Ort waren. “Das war schon cool“, meinte Herrmann. Danach kam dann eines zum anderen, weitere Sponsoren wie auch Radhersteller und Ausrüster zeigten Interesse an einem gemeinsamen Projekt. “Wenn man es mit der Baubranche vergleichen will, aus der ich komme, könnte man sagen: Einer hat ein Grundstück, andere haben die Gewerke, also sagt man: komm, dann bauen wir ein Haus“, zog Herrmann den bildhaften Vergleich. Die Planungen begannen während der Hochphase des Corona-Lockdowns im April. “Die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen hatten natürlich auch direkte Auswirkungen auf unsere Planungen. Statt persönlicher Termine haben wir viele Video-Konferenzen abgehalten etc. und Verträge abgeschlossen, ohne dass wir mit den Personen zuvor am Tisch saßen. Vor Corona unmöglich bzw. nicht denkbar/üblich“, gab Janorschke einen Einblick.

Dass man innerhalb kürzester Zeit einen solchen Zuspruch erhielt, führen sie auch auf ihre erfolgreiche Zeit als KT-Team zurück. “Dies hat bei den Sponsoren sicherlich für zusätzliches Vertrauen gesorgt. Entsprechend danken wir allen, die am Erfolg des Herrmanns Radteams beteiligt waren“, betonte Janorschke. "In der aktuell sehr unsicheren Zeit ist es wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass wir Sponsoren und Partner gefunden haben, die das Projekt auch in unsicheren Zeiten langfristig mit tragen werden. Dass kann nicht nur als positives Signal für uns gewertet werden, sondern zeigt auch, dass es Unternehmen und Menschen gibt, die positiv in die Zukunft blicken“, ergänzte Janorschke.

Die beiden Verantwortlichen sind sich trotz der aktuellen Euphorie natürlich auch im Klaren, dass aufgrund der nach wie vor anhaltenden Corona-Krise auch noch nicht absehbar ist, wie die Cross-Saison im Winter ablaufen wird. Dies hält die beiden aber nicht von der weiteren Planung ab. Trotz des Disziplinwechsels soll die Ausrichtung die gleiche bleiben wie beim Herrmann Radteam. "Im Fokus steht die Nachwuchsförderung“, erklärte Janorschke. Fünf bis sechs Fahrer sollen dem Team angehören. Eine Fahrerin, drei bis vier U23-Fahrer und dann noch ein internationaler Mentor, der entweder ein gestandener U23-Fahrer oder gar Elitefahrer ist – so soll sich das Team zusammensetzen.

Dabei können Herrmann und Janorschke aus dem Vollen schöpfen. Denn praktisch jeder Fahrer, der bei einem Team einer anderen UCI Disziplin (Straße oder MTB) gemeldet ist, kann nach Erlaubnis seines Teams zusätzlich noch einen Vertrag bei einem UCI-Crossteam unterschreiben, der dann vom 15. August bis zum 1. März läuft. "Die Fahrer können in dieser Zeit dann sowohl für ihr Straßen- oder MTB-Team als auch für unser Cross-Team fahren“, so Janorschke

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