Profi-Radsport

«Gazzetta»: Ullrich unter Insulin-Dopingverdacht

24.02.2002 -

Florenz/Rom (dpa) - Die Staatsanwaltschaft in Florenz verdächtigt Olympiasieger Jan Ullrich im Giro-Dopingprozess offensichtlich des Insulin-Missbrauchs. Staatsanwalt Luigi Bocciolini übergab dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) eine Liste mit 46 unter Dopingverdacht stehenden Radprofis.

Unter den 23 ausländischen Fahrern taucht auch der Name des Telekom-Kapitäns auf, berichtetet die «La Gazzetta dello Sport». «Das ist der gleiche Unsinn wie vor kurzem mit dem Anabolika-Verdacht in italienischen Zeitungen. Ullrich hat hundertprozentig kein Insulin genommen. Es ist die alte Geschichte - Jan hat beim Giro kortisonhaltige Medikamente gegen sein Asthma verwendet. Die waren verschrieben und durch den Eintrag in seinem Gesundheitspass legitimiert», sagte Telekom-Teamarzt Lothar Heinrich.

Der Chef der Coni-Antidopingkommission, Giacomo Aiello, werde laut «Gazzetta dello Sport» in den nächsten Wochen die Beschuldigten in Rom vorladen. Werden die Sportler dann vor dem Coni angeklagt, droht ihnen eine Sperre. Bei den ausländischen Radprofis kann das italienische NOK jedoch nur seine Ermittlungsergebnisse an die Sportjustiz der Heimatländer der Fahrer weiterleiten. Diese müssten dann über Sperren entscheiden.

Neben Ullrich, zur Zeit im Trainingslager in Südafrika, soll bei der Razzia beim letzten Giro d`Italia auch bei Giuliano Figueras Insulin gefunden worden sein. Auch Italiens Radsportidol Marco Pantani wird mit Insulin-Missbrauch in Verbindung gebracht, weil bei seinem Masseur Pregnolato verdächtige Spritzen beschlagnahmt wurden. Ullrichs ehemaliger Team-Kollege Alberto Elli (Italien) hatte Insulin-Gebrauch zugegeben.

Der Italiener Dario Frigo, der den Besitz von Epo bei der letzten Italien-Rundfahrt zugegeben hatte und dafür bis zum 8. März 2002 sechs Monate lang gesperrt worden war, soll sich nun wegen des Gebrauchs von Wachstumshormonen verantworten müssen.

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