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14.04.2026 | (rsn) - Während die Nachwuchshoffnungen von Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur bei der U23-Ausgabe von Paris-Roubaix (1.2U) den Vergleich mit der versammelten Elite der WorldTour-Development-Teams suchten, glänzte Nicola Schleuniger (Run & Race - Solarpur) beim polnischen Klassiker Slezanski Mnich mit einem Top-Ten-Ergebnis.
Für das Team Storck - MRW Bau setzte Edgar David Cadena in den Ardennen ein Ausrufezeichen: Mit seinem sechsten Rang in der Endabrechnung der Circuit des Ardennes (2.2) bescherte er der Equipe das erste Top-Ten-Resultat in einem Etappenrennen der Saison 2026
Bei der U23-Austragung der "Königin der Klassiker" zeigte sich Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur von Beginn an offensiv. Fausto Valentin Penna setzte sich direkt nach dem scharfen Start mit einer vierköpfigen Ausreißergruppe ab und prägte das Rennen über weite Strecken an der Spitze. "Fausto war der Mann des Tages", lobte Teamchef Florian Monreal seinen Schützling im Gespräch mit RSN. "Er fuhr ohne Streckenkenntnis von Kilometer null an vorne raus und behauptete sich dort glänzend."
Dabei war die Belastung für Mensch und Material extrem. Monreal selbst wurde im Teamwagen durch einen Plattfuß vorne rechts auf Sektor neun ausgebremst und musste das Auto wechseln. Auch an der Spitze war es für Penna harte Arbeit, da die Gruppe faktisch nur zu dritt harmonierte. "Einer konnte gar nicht führen und fiel zeitig zurück", berichtete Monreal.
Im Hauptfeld kam zudem Sturzpech hinzu: Mil Morang und Eike Behrens wurden aufgehalten und verloren den Anschluss an die erste Verfolgergruppe. Penna beendete das Rennen schließlich auf dem 37. Platz mit 2:44 Minuten Rückstand auf Sieger Davide Donati (Red Bull - Bora - hansgrohe Rookies).
Dazwischen statt nur dabei: Das Team Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur behauptete sich bei Paris-Roubaix
(U23) als eine von nur drei Nicht-Development-Equipes im hochkarätigen Feld. | Foto: Felix Küster
Parallel dazu bestritt das Team Run & Race - Solarpur in Polen das Eintagesrennen Slezanski Mnich (1.2), das aufgrund seiner 21 Sektoren über Kopfsteinpflaster und Gravel auch als "polnisches Paris-Roubaix" bekannt ist. In einem extrem selektiven Ausscheidungsfahren sicherte sich der Schweizer Nicola Schleuniger einen hervorragenden neunten Platz. "Das Feld zerfiel nach dem siebten Sektor komplett", berichtete Luis Straßer, der auf Platz 35 ins Ziel kam.
Besonders die Sektoren mit Betonplatten und grobem Kopfsteinpflaster verlangten den Fahrern alles ab. Straßer musste die letzten 25 Kilometer zudem mit einem lockeren Lenker bewältigen. "Das war ein zusätzlicher mentaler und physischer Stressfaktor in der ohnehin entscheidenden Rennphase", gestand er. Im Finale funktionierte die Abstimmung jedoch: Straßer und Sverre brachten Schleuniger in eine ideale Position für den Sprint der Verfolger, in dem er sich den dritten Platz aus der Gruppe sicherte. "Vom Rücken bis zum kleinen Zeh tat danach alles weh", resümierte Straßer.
Starker Auftritt in Polen: Das Team Run & Race - Solarpur vor dem Start des "polnischen Paris-Roubaix", das Fahrern und Material alles abverlangte. | Foto: Run & Race - Solarpur
Bei der 52. Auflage des Circuit des Ardennes (2.2) sorgte der Mexikaner Edgar David Cadena für das Highlight des Teams Storck - MRW Bau. Nach vier harten Tagen in Frankreich belegte er den sechsten Rang in der Gesamtwertung – nur neun Sekunden fehlten am Ende zum Podium. "Das Niveau in Frankreich hat in den letzten Jahren noch einmal spürbar zugenommen. Es wird extrem schnell und aggressiv gefahren, besonders in den Abfahrten", analysierte Julian Rammler aus der Teamleitung gegenüber RSN.
Die ersten Etappen waren von Hektik und Stürzen geprägt, wobei die Equipe glücklicherweise unbeschadet blieb. Während in den Sprints Matthew Walls mit einem neunten Platz auf der Schlussetappe ein Top-Ten-Ergebnis einfuhr, schlug am vierten Tag die Stunde der Bergfahrer. Auf der Königsetappe über 194 Kilometer und 3.600 Höhenmeter sollten Cadena und Alvaro Sacrado die Kastanien aus dem Feuer holen. Sacrado wurde jedoch durch einen Sturz eines Ineos-Fahrers aufgehalten und verlor den Anschluss an die Spitze.
Cadena hingegen war im "klassischen Ausscheidungsfahren" an den Bergen stets präsent. Trotz der Reisestrapazen – der Mexikaner war erst drei Tage vor Rennstart aus seiner Heimat eingeflogen – hielt er in der entscheidenden Phase jeder Attacke stand. Auch ein Wolkenbruch im Finale konnte ihn nicht bremsen. "Mit dem sechsten Platz in der Gesamtwertung haben wir ein echtes Ausrufezeichen gesetzt", so Rammler, der nach fünfjähriger Abstinenz in den Profiradsport zurückgekehrt ist. Für Storck geht es nun zur Vuelta a Asturias, wo das Kletter-Duo erneut angreifen soll.
Das Team Bike Aid zeigte sich derweil vor allem in den Massensprints konkurrenzfähig. Der Lette Kristians Belohvosciks sprintete auf der 2. Etappe auf Rang sechs und am Abschlusstag auf den siebten Platz, womit er seine Schnelligkeit unter Beweis stellte.
Für die deutschen Teams geht es nun Schlag auf Schlag weiter: Am Mittwoch startet die Tour des Loir-et-Cher, bei der Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur erneut angreifen will. Dort landete die Equipe im Vorjahr mit Silas Köch auf dem dritten Gesamtrang.
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