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04.03.2026 | (rsn) – Sportlich war das Jahr 2025 für das Team Run & Race – Wibatech ein Erfolg. Der Sieg von Bartlomiej Proc beim Puchar MON (1.2), Top-10-Plätze in den Gesamtwertungen von Belgrad-Banjaluka (2.2) und der Solidarnosc-Rundfahrt (2.2) sowie ein 14. Rang beim Klassiker Rund um Köln (1.1) zeigten die Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft. Im Winter musste sich das Team dennoch umstrukturieren, da sich der polnische Teil verabschiedete. Der langjährige Co-Sponsor Wibatech verlegte seinen geschäftlichen Fokus wieder vollständig nach Polen, was eine Neuausrichtung des Projekts erforderlich machte.
Unter dem Namen Run & Race – Solarpur startet die Mannschaft nun mit einer veränderten Ausrichtung in die Saison 2026. Dank des neuen Hauptsponsors Solarpur aus der Region konnte das Team personell neu aufgestellt werden. Das 10-köpfige Aufgebot setzt sich künftig aus fünf deutschen Fahrern, vier Schweizern und einem Norweger zusammen. "Durch den Wechsel sind wir jetzt in der DACH-Region und Skandinavien deutlich präsenter", erklärte Teamchef Otto Peter gegenüber RSN.
___STEADY_PAYWALL___An der strategischen Ausrichtung ändert der Umbruch wenig: Die geografische Lage in Passau bleibt der Kompass für den Rennkalender. Während die deutsche Bundesliga aufgrund der weiten Anfahrten oft nachrangig behandelt wird, liegt der Fokus auf den östlichen und südlichen Nachbarländern. "Von Passau aus erreiche ich hochklassige UCI-Rennen in Slowenien, Österreich, Tschechien oder Polen deutlich schneller als Events in Norddeutschland", begründet Peter die Entscheidung. Entsprechend fest im Plan stehen Rennen wie der GP Slovenian Istria (1.2), der GP Vorarlberg (1.2), die Tour of Austria (2.1) oder die Istrian Spring Trophy (2.2).
Auf eine Teilnahme bei der Deutschland Tour (2.Pro) hofft man in diesem Jahr ebenfalls wieder. Peter betont, wie wichtig die Berücksichtigung der heimischen Kontinental-Teams bei der nationalen Rundfahrt ist. "Es wäre mein Wunsch, dass wieder mehr deutsche Conti-Teams eine Einladung erhalten, wie es früher der Fall war. In anderen Ländern werden die heimischen Teams bei den Landesrundfahrten fast immer nominiert", so der Teamchef kritisch. Ohne diese Bühne werde es zunehmend schwerer, sich deutschen Sponsoren zu präsentieren - ein Teufelskreis für die kleinen Rennställe.
Trotz des Kaderschnitts bleiben die sportlichen Ziele ambitioniert. "Wir streben wieder Top-10-Platzierungen bei UCI-Etappenrennen an und wollen definitiv an die UCI-Siege des Vorjahres anknüpfen", gab Peter die Zielsetzung vor. Dabei geht es den Kapitänen vor allem darum, bei den internationalen Einsätzen regelmäßig Ergebnisse zu liefern und wertvolle UCI-Punkte zu sammeln.
Ein sichtbares Zeichen der Neuausrichtung ist der Materialwechsel. Nach einer langjährigen Zusammenarbeit mit KTM rollt das Team ab sofort auf den Rädern der italienischen Traditionsmarke Bianchi. "Das hat vor allem geschäftliche Gründe, da wir in unserem Run & Race Radsportcenter in Passau jetzt einen Bianchi-Showroom haben", erklärte Peter. Gepaart mit einem komplett neuen Trikotdesign sowie Equipment von Löffler und Rudy Project präsentiert sich Run & Race – Solarpur 2026 in einem völlig frischen Look.
Das Aufgebot von Run & Race – Solarpur für die Saison 2026: Zehn Fahrer aus Deutschland, der Schweiz und Norwegen. | Foto: Run & Race - Solarpur
Für die bergigen Aufgaben und die Jagd nach Gesamtwertungsplatzierungen ist Andrin Züger die zentrale Neuerwerbung. Der Schweizer kommt vom Team MyVelo und bringt viel Erfahrung für schwere Profile mit. In Passau erhofft man sich von ihm, dass er bei den anspruchsvollen Rundfahrten im Sommer Akzente setzen kann. "Mit Andrin haben wir einen Fahrer, der für das Gesamtklassement prädestiniert ist, sobald es bergig wird", lobte Peter seinen neuen Schützling.
Züger führt eine Schweizer Fraktion an, zu der auch Luca Jenni, Tim Riesen und Nicola Schleuniger gehören. Die Schweizer Achse soll sich dabei sowohl bei hügeligen Eintagesrennen als auch bei Rundfahrten gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen. Dass Züger das Zeug dazu hat, im Trikot von Run & Race – Solarpur Akzente zu setzen, will er nun unter Beweis stellen.
Wenn es auf den letzten Kilometern schnell und hektisch wird, ist Sverre Litlere gefordert. Der junge Norweger ist der designierte Sprinter des Teams und soll die Lücke füllen, die durch den Abgang der polnischen Kapitäne entstanden ist. Litlere machte bereits 2025 als Trainee beim Team Epronex auf sich aufmerksam, als er bei UCI-Rennen wie der Visegrad 4 GP Poland (1.2) oder der Tour Bitwa Warszawska (2.2) zwei Mal nur knapp den Sieg verpasste und jeweils Zweiter wurde.
Peter ist überzeugt davon, dass der Skandinavier 2026 einen ersten Platz erreichen kann. "Sverre hat letztes Jahr gezeigt, dass er in Massensprints ganz vorne mithalten kann. Er ist unser Mann für die schnellen Ankünfte", so der Teamchef. Mit seiner Explosivität ist Litlere die größte Hoffnung auf weitere UCI-Erfolge für das Team.
Das Aufgebot: Bastian Dietl (Deutschland / 25 Jahre), Paul Germer (Deutschland / 19), Luca Jenni (Schweiz / 23), Tobias Kreuzer (Deutschland / 25), Sverre Litlere (Norwegen / 23), Michael Peter (Deutschland / 24), Tim Riesen (Schweiz / 23), Nicola Schleuniger (Schweiz / 22), Luis Straßer (Deutschland / 19), Andrin Züger (Schweiz / 23).
Davon Neuzugänge: Bastian Dietl, Luca Jenni, Tim Riesen, Nicola Schleuniger, Andrin Züger, Sverre Litlere.
Teamleitung: Otto Peter
Sportliche Leiter: Gregor Pavlic, Paul Hofstetten
Material:
Rahmenhersteller: Bianchi
Bekleidung: Löffler (Neues Design)
Helm/Brille: Rudy Project
Begleitfahrzeuge: Autohaus Ortner, Autocenter Wimmer
Weiterer Sponsor: Teufert (Tierfelle)