RSNplusIn Lüttich zeigte der Trend nach oben

Schachmann exklusiv: “Ich hatte ein blödes Frühjahr“

Von Joachim Logisch (Lüttich) und Jan Zesewitz

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Max Schachmann (Soudal - Quick-Step) bei seinem Ausreißversuch während Lüttich-Bastogne-Lüttich (2.UWT) | Foto: Cor Vos

27.04.2026  |  (rsn) – So ganz ist das Frühjahr von Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) noch nicht beendet. Bei der Tour de Romandie (2.UWT). will er noch einmal Rennhärte sammeln, bevor es in einen weiteren Trainingsblock zum Formaufbau geht. Aufbauendes kann der Deutsche wohl nicht nur in Sachen Form, sondern auch mental gebrauchen: “Ich hatte ein blödes Frühjahr“, konstatierte der Berliner im Anschluss an Lüttich-Bastogne-Lüttich am RSN-Mikrofon.

Eigentlich, so sagte Schachmann, lief der Auftakt in die Saison sehr gut. Bei der Algarve-Rundfahrt zeigte er eine anständige Frühform und ging am Schlusstag nach Malhão gemeinsam mit Julian Alaphilippe (Tudor) in die Offensive. Als Mitglied der Ausreißergruppe stürzte der 32-Jährige und krachte spektakulär in die Leitplanke. Er konnte das Rennen zwar fortsetzen, aber die Schmerzen begleiteten ihn noch eine ganze Weile. ___STEADY_PAYWALL___

“Ich hatte aber heute immer noch den ganzen Tag Rückenschmerzen, weil ich abartig doof in diese Leitplanke gestürzt bin“, sagte er noch zwei Monate später im Ziel in Lüttich. Entsprechend blieb er bei den weiteren Rennen hinter den Erwartungen zurück. Mailand-Sanremo beendete er anständig in der Gruppe hinter Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5). Bei der Settimana Coppi e bartali würde ein Schachmann in Topform wohl um den Sieg mitfahren, er wurde in der Gesamtwertung 14.

Schachmann: “Lief besser als die ersten Klassiker“

Die Ardennen-Klassiker zählen sonst zu den Lieblingsrennen des Soudal-Profis. Das Amstel Gold Race und La Doyenne beendete er schon auf dem Podium – davon war er 2026 ein gutes Stück entfernt. Aber Schachmann kann positives aus den beiden Rennen in den Ardennen ziehen: “Das Positive ist, dass mein Trend aufwärts geht. Heute lief es besser als die ersten Klassiker“, sagte er.

Beim Monument in Lüttich stand am Ende ein 30. Platz für Schachmann zu Buche. Nachdem die beiden großen Gruppen wieder zusammenkamen, startete er in die UAE-Tempoarbeit über den Scheitelpunkt des Col du Rosier einen kurzlebigen Ausreißversuch, der aber statt in aussichtsreicher Position zu enden eher in Frust mündete.

Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) hielt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich lange vorne mit. | Foto: Cor Vos

“Nach dem Trio Cote de Wanne, Stockeu und Haute-Levée bin ich losgefahren in der Hoffnung, dass jemand mitfährt“, erklärte Schachmann und gab auch Einblick in die Motive seines Fluchtversuchs: “Ich bin der Meinung, wenn man sich die Konstellation angeschaut hat mit Pogacar, ist das in den sicheren Tod fahren. Ich glaube auch, dass da das Tempo ein bisschen raus war.“

Der Berliner musste sich als Solist versuchen, aus dem noch recht großen Hauptfeld traute sich keiner, Schachmann im Gegenwind gegen die UAE-Phalanx zu begleiten. Damit war das Ansinnen zum Scheitern verurteilt: “Wenn man dort versucht, mit einer guten Gruppe vielleicht eine Minute rauszufahren, ist man im Finale. Da hat sich aber leider keiner gefunden. Ich bin nicht voll gefahren, wo soll ich hinfahren. Da sind fünf Leute hinter mir her – bei Gegenwind. Ich dachte, dass vielleicht zehn Fahrer mitfahren.“

Ein schmerzhafter Sturz in die Leitplanke bei der Algarve-Rundfahrt beeinträchtigte Schachmann lange. | Foto: Cor Vos

Zumindest den positiven Trend kann Schachmann aus dem Ardennen-Klassiker mitnehmen – bis zur Cote de la Redoute und dem Antritt Pogacars war er in der ersten Gruppe dabei und auch für das kommende Rennen in der Westschweiz lässt das hoffen: Einige Etappen der sechstägigen Rundfahrt dürften nach dem Geschmack des 32-Jährigen sein.

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