Vom Prolog bis zur Bergankunft in Leysin

Jeden Tag schwerer: Die Strecke der 79. Tour de Romandie

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Jeden Tag schwerer: Die Strecke der 79. Tour de Romandie"
Der Etappenplan der Tour de Romandie 2026. | Foto: Tour de Romandie

27.04.2026  |  (rsn) – Die 79. Auflage der Tour de Romandie (2.UWT / 28.4.-3.5.2026) wird eine Art Steigerungslauf: Von Tag zu Tag schwerer sind die sechs Teilstücke der WorldTour-Rundfahrt durch die Westschweiz. Insgesamt sind mit Prolog und fünf Massenstartetappen 851,3 Rennkilometer zurückzulegen und 14.266 Höhenmeter zu erklimmen, wobei die Entscheidung wohl erst am Schlusstag bei der Bergankunft in Leysin, oberhalb von Aigle, fallen wird.

Auch wenn das die einzige Bergankunft der Woche ist, wird sich kein echter Sprinter auch nur über eines der anderen Teilstücke freuen – abgesehen vom Prolog vielleicht. Denn erstens wird die 2.000-Höhenmetermarke jeden Tag geknackt und zweitens befinden sich in den Finals aller fünf Etappen noch Anstiege, die die schnellen Männer aussortieren dürften, wenn überhaupt welche am Start stehen sollten.

Beginnen wird die Romandie-Rundfahrt auf ganz traditionelle Weise mit einem kurzem Zeitfahren. Seit 1969 war das nur einmal nicht der Fall: 2015 eröffnete ein Teamzeitfahren die Woche. Der Prolog 2026 wird in Villars-sur-Glane südwestlich von Fribourg ausgetragen, ist 3,2 Kilometer lang und kommt ohne technische Schwierigkeiten aus – allerdings ist er nicht ganz flach: Die ersten zwei Kilometer führen leicht bergab, der Schlusskilometer aber steigt an und überbrückt 69 Höhenmeter.

Die 1. Etappe dann führt das Peloton ins Wallis nach Martigny. Dort sind zunächst drei flache Runden nördlich der Stadt durchs Rhone-Tal zu absolvieren, bevor es dann östlich in Richtung Sion geht. Auf halbem Weg dorthin biegt die Strecke in Chamoson links ab und führt eine Kategorie-1-Steigung nach Ovronnaz hinauf – 8,9 Kilometer lang und im Schnitt 9,7 Prozent steil, bei einer Maximalsteigung von sogar 15 Prozent.

Der Bergpreis in 1.358 Metern Höhe wartet 34 Kilometer vor dem Etappenziel. Die von zahlreichen engen Haarnadelkurven gespickte Abfahrt bringt die Fahrer zurück ins Rhone-Tal und auf flacher Strecke über die letzten 22 Kilometer auch zurück nach Martigny.

Das Streckenprofil der 1. Etappe. | Grafik: Tour de Romandie

Etappe 2 wird an der Grenze der Kantone Fribourg und Vaud ausgetragen. Das Teilstück beginnt in Rue und endet über Luftlinie keine fünf Kilometer entfernten Vucherens. Nach 33 Rennkilometern wird das Ziel erstmals erreicht, bevor dann drei jeweils 46,4 Kilometer lange Runden auf einem sehr hügeligen Rundkurs zu absolvieren sind.

2,2 Kilometer vor Rundenende wartet in Vuillens jeweils die Überquerung eines Bergpreises der 3. Kategorie (3,6 km bei 4,8%) und auch der Schlusskilometer steigt an. Insgesamt müssen an diesem Tag 3.104 Höhenmeter erklommen werden – auch ohne lange Berge also eine wirklich harte Prüfung.

Das Streckenprofil der 2. Etappe. | Grafik: Tour de Romandie

Auf der 3. Etappe geht es an den Rand des Jura. Das 176,6 Kilometer lange Teilstück beginnt und endet in Orbe südwestlich des Neuenburgersees und die ersten zwei Drittel der Etappe sind gemäßigt – ein paar Hügel, aber keine allzu großen Schwierigkeiten, nur ein früher Bergpreis der 3. Kategorie. Dann aber geht es nach der dritten Passage der Ziellinie auf eine deutlich schwerere Schleife in Richtung Jura-Gebirge.

Über einen Hügel der 3. Kategorie in Oulens-sur-Echallens (4,2 km bei 3,5%) geht es zum Zwischensprint in Moiry und von dort auf den Col Mollendruz. Der Anstieg der 2. Kategorie ist 8,9 Kilometer lang und im Schnitt 6,2 Prozent steil, bei maximal acht Prozent. Von der Bergwertung in 1.174 Metern Höhe geht es 24 Kilometer lang in Stufen bergab, bevor die letzten acht Kilometer des Tages flach zum Ziel in Orbe führen.

Das Streckenprofil der 3. Etappe. | Grafik: Tour de Romandie

Die 4. Etappe ist abgesehen vom Prolog das kürzeste Teilstück der Woche: Nur 149,6 Kilometer sind zurückzulegen, mit 3.175 Höhenmetern aber die zweitgrößte Distanz in der Vertikalen. Herzstück dieses Teilstücks, das in Broc am Greyerzersee beginnt und nach 4,9 Kilometern bereits erstmals über den Zielstrich in Charmey führt, ist der Jaunpass. Die 1.508 Meter hohe Passhöhe an der Grenze zwischen den Kantonen Fribourg und Bern wird im Verlauf des Tages drei Mal überquert – und zwar aus drei unterschiedlichen Richtungen.

Zunächst führt die Strecke von Broc durch den Zielort Charmey das Tal hinauf in den Ort Jaun und von der Nordwestseite den Pass hinauf (2. Kat. / 6 km bei 8,2%). Es folgt die Nordostabfahrt in den Ort Weissenbach und anschließend geht es aus Südosten eine Nebenstraße wieder hinauf zum Jaunpass (1. Kat. / 7,6 km bei 8,6%).

Diesmal geht es im Nordwesten hinunter und durch den Ort Jaun zurück nach Charmey am Ziel vorbei, bevor eine große Schleife um den Gruyère-Naturpark herum wartet – mit einem Kategorie-2-Anstieg zum Saanenmöser (6 km bei 4,5%) und anschließend via Zweisimmen wieder nach Weissenbach. Von dort geht es ein drittes Mal auf den Jaunpass und diesmal aus Nordosten (1. Kat. / 8,1 km bei 7,9%). Die Bergwertung wird 16,7 Kilometer vor dem Ziel erreicht und anschließend geht s nur noch bergab ins Ziel in Charmey.

Das Streckenprofil der 4. Etappe. | Grafik: Tour de Romandie

Die Entscheidung über den Rundfahrtsieg in der Romandie fällt auch in diesem Jahr aber erst am Schlusstag. Der beginnt in Lucens nur wenige Kilometer vom Parcours der 2. Etappe entfernt und wird in seiner ersten Hälfte teilweise sogar auf gleichen Straßen ausgetragen. Beispielsweise geht es nach knapp 100 Kilometern wie drei Tage zuvor erneut von Moudons nach Vuillens hinauf (3,6 km bei 4,8%) zum Kategorie-3-Bergpreis des Etappenfinals vom Donnerstag.

Von dort aber verabschiedet sich das Peloton aus den bekannten Gefilden, steuert auf den Genfersee zu, erreicht über Vevey Montreux und bewegt sich flach zum UCI-Sitz in Aigle, wo der letzte Zwischensprint der Woche ausgetragen wird – bevor dann die 15 Kilometer lange Schlusssteigung nach Leysin beginnt.

Offiziell ist der Kategorie-1-Anstieg nur 13,9 Kilometer lang und im Schnitt 6 Prozent steil, bei 12 Prozent Maximalsteigung. Das liegt aber daran, dass die Bergwertung bereits 1,2 Kilometer vor dem Zielstrich abgenommen wird. Flach wird es auf dem Schlusskilometer aber nicht: Es geht weitere 75 Höhenmeter hinauf bis zum Zielstrich in der Route de La Cité.

Das Streckenprofil der 5. Etappe. | Grafik: Tour de Romandie

Übrigens: Deutschen Fans dürfte die Ankunft von Leysin bekannt vorkommen. Hier fuhr Florian Lipowitz am 27. April 2024 sein erstes WorldTour-Podium ein. Er sprintete damals auf den letzten Metern noch an Solo-Spitzenreiter Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) heran, wurde hinter ihm in derselben Zeit Etappenzweiter und beendete die Rundfahrt schließlich auf Gesamtrang drei.

Die Etappen der 79. Tour de Romandie:

Prolog, 28.4.: Villars-sur-Glane – Villars-sur-Glane (3,2 km / 69 hm / EZF)
1. Etappe, 29.4.: Martigny – Martigny (171,2 km / 1.985 hm)
2. Etappe, 30.4.: Rue – Vucherens (173,1 km / 3.104 hm)
3. Etappe, 1.5.: Orbe – Orbe (176,6 km / 2.409 hm)
4. Etappe, 2.5.: Broc – Charmey (149,6 km / 3.175 hm)
5. Etappe, 3.5.: Lucens – Leysin (178,2 km / 3.542 hm)

Mehr Informationen zu diesem Thema

04.05.2026Red-Bull-Talent Tuckwell überzeugt bei Romandie-Premiere

(rsn) – "Was ist wichtiger: Top 5 oder vor Luke Plapp (Jayco - AlUla) zu sein?", wurde Luke Tuckwell (Red Bull - Bora - hansgrohe) vor der Schlussetappe der Tour de Romandie (2.UWT) von CyclingPro.n

03.05.2026Lipowitz: “Ich glaube, Pogacar war auch ziemlich am Limit“

(rsn) - Leysin als Zielort scheint Florian Lipowitz zu liegen, auch wenn er zweimal das oberste Treppchen verpasste. 2024 konnte der damals 23-Jährige sein erstes WorldTour-Podium im Schweizer Skiort

03.05.2026Pogacar macht in der Romandie am Schlussanstieg den Sack zu

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat zu Ende gebracht, was er am Dienstag begann. Der 27-Jährige Weltmeister hat bei seiner ersten Teilnahme die Tour de Romandie (2.UWT) gewonnen â€

03.05.2026Paret-Peintre: “Wenn die Organisatoren wollen, dass Pogacar gewinnt …“

(rsn) – Dass es im Peloton immer wieder Ärger über Begleitmotorräder gibt, ist nichts Neues. Zu geringe Abstände zu den Fahrern, die Windschatten liefern, werden immer wieder bemängelt. Begüns

02.05.2026Tudor sichert beim Heimspiel Bergtrikot mit Thalmann ab

(rsn) – Der erste Zielstrich für das Tudor-Team bei seiner Heim-Rundfahrt, der Tour de Romandie (2.UWT), befand sich auf der 4. Etappe schon 41 Kilometer nach dem Start. Bis zu diesem Zeitpunkt mus

02.05.2026Lipowitz unterstreicht Status als Zweitbester in der Romandie

(rsn) – Einen Kilometer vor dem Gipfel des Jaunpasses war dann Schluss. Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) konnte dem Tempo von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nicht mehr f

02.05.2026Highlight-Video der 4. Etappe der Tour de Romandie

(rsn) – Im Ziel der gestrigen Etappe gab Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) noch die Verteidigung des Gelben Trikots der Tour de Romandie (2.UWT) als oberstes Ziel für das Schlusswochenende a

02.05.2026Pogacar stürmt vor starkem Lipowitz zum dritten Etappensieg

(rsn) – Nach einer Attacke am letzten Berg des Tages hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) die 4. Etappe der 79. Tour de Romandie (2.UWT) für sich entschieden. Der Weltmeister setzte sich Ã

02.05.2026Pogacar will “in erster Linie versuchen, das Trikot zu verteidigen“

(rsn) – Nach zwei Etappensiegen in Folge – beide im Sprint herausgefahren – musste sich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) im Ziel der 3. Etappe der Tour de Romandie (2.UWT) mit Rang vier

01.05.2026Godon kämpft sich zurück und schlägt im Sprint Fisher-Black

(rsn) – Dorian Godon (Ineos Grenadiers) hat seinen zweiten Sieg bei der diesjährigen Tour de Romandie (2.UWT) gefeiert. Der Französische Meister entschied im Sprint einer rund 30-köpfigen Spitzen

01.05.2026Highlight-Video der 3. Etappe der Tour de Romandie

(rsn) – Auf der 2. Etappe musste sich Dorian Godon (Ineos Grenadiers) noch mit Rang zwei begnügen, einen Tag später war bei der Tour de Romandie (2.UWT) keiner schneller als der Franzose. Im Sprin

01.05.2026Fisher-Black: “Tadej war 10km/h schneller auf der anderen Seite“

(rsn) – Nachdem Florian Lipowitz auf der 1. Etappe zweiter geworden war, fuhr Red Bull – Bora – hansgrohe auf dem dritten Teilstück der Tour de Romandie (2.Pro) für Finn Fisher-Black. Für den

Weitere Radsportnachrichten

16.09.2026Die WM-Aufgebote aller Nationen für die Elite-Kategorien

(rsn) – Die Weltmeisterschaften im kanadischen Montréal vom 20. bis 27. September umfassen 13 Wettkämpfe – je sechs Einzelzeitfahren und Straßenrennen für männliche wie weibliche U19 und U23

16.09.2026“Extrem zuverlässig“: Red Bull verlängert mit Zwiehoff

(rsn) - Ben Zwiehoff wird auch über die Saison 2026 hinaus das Trikot von Red Bull – Bora – hansgrohe tragen. Wie der deutsche WorldTour-Rennstall mitteilte, habe man sich mit dem früheren Mount

16.09.2026Verstärkung für die Klassiker: Turner zu Soudal

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

16.09.2026Froome: “Ich wäre heute wohl nicht mehr am Leben“

(rsn) - Chris Froome hat sich erstmals ausführlich zu seinem schweren Trainingssturz vom August 2025 geäußert. Wie der 41-jährige Brite im Gespräch mit cyclingnews.com erklärte, sei er dabei dem

16.09.2026Sevilla wurde bei Trainingsausfahrt das Handy geraubt

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

16.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

15.09.2026Fancellu erwischt zum Abruzzen-Auftakt den perfekten Moment

(rsn) – Alessandro Fancellu (MBH Bank) hat den Auftakt des 8. Giro d´Abruzzo (2.1) für sich entschieden. Der 26-jährige Italiener setzte sich über 155 Kilometer von Cupello nach Casalincontrada

15.09.2026Behrens holt U23-Titel am Berg und Gesamtsieg in Sebnitz

(rsn) – Eike Behrens dominierte mit einem Doppelschlag das Finale der Rad-Bundesliga 2026. Nach dem U23-Titel bei der Deutschen Bergmeisterschaft in Langenweißbach gewann der Fahrer von Lotto - Ke

15.09.2026“Demi Uncut“: Vollering nun auch mit eigenem YouTube-Kanal

(rsn) – Wie schon einige Kolleginnen und Kollegen vor ihr wird Demi Vollering (FDJ United – Suez) nun auch einen eigenen YouTube-Kanal betreiben. Unter dem Titel “Demi Uncut“ will die Giro- un

15.09.2026Van der Poel ist bei seiner WM-Generalprobe der Top-Favorit

(rsn) – Seit der Tour de France hat Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) kein Straßenrennen mehr bestritten. Der Niederländer fokussierte sich stattdessen auf das Gelände, allerdings m

15.09.2026Gall und Mühlberger im Doppelpack zu Lidl - Trek

(rsn) – Seit dem Frühsommer brodelte es in der Gerüchteküche, nun ist es endlich bestätigt: Felix Gall und Gregor Mühlberger werden im Winter gemeinsam von Decathlon – CMA CGM zu Lidl – Tre

15.09.2026Die Strecken der Straßen-WM 2026 in Montréal

(rsn) – Die Straßen-Weltmeisterschaften 2026 werden vom 20. bis 27. September in Montréal (20.-27. September) ausgetragen. 50 Jahre nachdem in der Stadt im französischsprachigen Osten von Kanada

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Il Giro Abruzzo (2.1, ITA)
  • Tour de Slovaquie (2.1, SVK)
  • Tour of Taihu Lake (2.1, CHN)
  • Skoda Tour de Luxembourg (2.Pro, LUX)