RSNplusÜber die Vuelta zurück “auf ein besseres Level“

Kämna mit einem Lächeln zurück am alten “Tatort“

Von Tom Mustroph aus Lorca

Foto zu dem Text "Kämna mit einem Lächeln zurück am alten “Tatort“"
Lennard Kämna (Lidl - Trek) bei der Vuelta a Espana 2026 | Foto: Cor Vos

02.09.2026  |  (rsn) - Vor fast genau drei Jahren gewann Lennard Kämna eine Vuelta-Etappe, die in Cartagena begann. Jetzt ist er noch nicht ganz der Alte, fühlt sich aber auf gutem Weg dahin. Erleichterung beschreibt wohl am besten den Gemütszustand des Profis von Lidl – Trek. Drei Jahre war er bei keiner Grand Tour mehr dabei, und das als einer, der zum Klub jener Fahrer gehört, die bei allen drei großen Landesrundfahrten als Etappensieger die Arme hochreißen konnten.

Eine Woche vor seinem 30. Geburtstag ist der Norddeutsche nun wieder bei einer Vuelta a Espana am Start. RSN traf Kämna ausgerechnet bei der Etappe von Cartagena nach Lorca. Ausgerechnet deshalb, weil für den Tagesabschnitt von Cartagena nach Collado della Cruz della Caravaca bei der Vuelta 2023 der letzte große Eintrag in seinen sportlichen Annalen steht. ___STEADY_PAYWALL___

Damals gewann er die 9. Etappe, krönte einen bravourösen Ausreißversuch. Kämna selbst war dieser Zufall nicht einmal klar. “Ich selber wusste das gar nicht. Ich habe das gar nicht wiedererkannt, aber es wurde mir dann auch mitgeteilt“, erzählte er RSN und freute sich im Rückblick: “Es war schon eine schöne Sache damals“, sagte er.

Lennard Kämna (Lidl – Trek) belegte im Auftaktzeitfahren der Vuelta-Etappe den 21. Platz – sein bisher bestes Ergebnis im Verlauf der Spanien-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

Der Blick auf die Gegenwart fällt nicht ganz so schön aus, dennoch zeigte sich Kämna optimistisch. Wie weit ist er von jenem Lennard Kämna entfernt, der einst als Etappenjäger die deutschen Radsportherzen höher schlagen ließ? “Noch nicht bei 100 Prozent“, schränkte er ein. “Aber ich glaube, die Vuelta wird mir helfen, wieder auf ein besseres Level zu kommen. Und ich merke schon, wie es hier Tag um Tag immer ein bisschen besser geht.“

Im Frühherbst einen Schritt weiter als im Sommer

Immerhin ist er einen Schritt weiter als im Sommer. Da hoffte er, für die Tour de France berücksichtigt zu werden. Das klappte nicht. Kämna war er schon enttäuscht, konnte aber auch, wie er Reportern sagte, die Entscheidung des Teams nachvollziehen. Jetzt kann er seinen Körper und auch seinen Geist wieder der dreiwöchigen Belastung aussetzen. “Ich glaube, eine Grand Tour ist jetzt genau das Richtige für mich“, betonte er.

Seine Aufgaben ändern sich nach dem Ausscheiden von Kapitän Mads Pedersen ein wenig. Hieß bisher noch die Parole, alle Mann für den Dänen, so legt das gesamte Team jetzt größeren Wert auf Etappensiege - auch wenn die Ambitionen von Pedersens Landsmann Mattias Skjelmose berücksichtigt werden müssen, der im Gesamtklassement Rang sechs belegt.

Nach dem krankheitsbedingten Ausstieg von Lidl-Kapitän Mads Pedersen dürfte auch Kämna öfter Freie Fahrt erhalten.| Foto: Cor Vos

Vielleicht auch eine Chance für Kämna? Der mag jetzt nicht die großen Töne spucken. Aber nach der jahrelangen Misere mit Unfall, Krankheiten und Rückschlägen genießt er die Fortschritte der Gegenwart. “Ich bin happy, wieder hier zu sein“, betont er. Auch sportlich passt es soweit. “Bisher bin ich sehr zufrieden mit der Vuelta. Wir kommen gut rein, sind gut dabei.“

Und mit der Vuelta soll natürlich auch nicht (Saison)-Schluss sein. Welche Rennen genau noch kommen, ist noch unklar. Gespannt allerdings schaute er auf den Nominierungsprozess zur WM. “Bock hätte ich auf jeden Fall“, sagte Kämna zu RSN auf die WM-Frage. 

Aus dem ganz tiefen Tal scheint er auf alle Fälle herausgekommen. Das ist die gute Nachricht hier aus Spanien.

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