Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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30.07.2001 -
Paris (dpa) - Am Morgen danach zog Frankreich Tour-Bilanz: Die Deutschen haben sich in die Herzen der Franzosen gefahren, Lance Armstrong muss weiter um ihre Zuneigung kämpfen, Laurent Jalabert gehört ihre ganze Liebe. Die deutschen Radprofis wurden wie Sieger gefeiert.
Eric Zabel wurde umjubelt, weil er durch seinen knappen Sieg beim Kampf um das Grüne Trikot für die nötige Spannung gesorgt hat. Lob und Anerkennung gab es für den unermüdlichen Kampfgeist von Jan Ullrich, gemischt mit dem Bedauern, dass es doch nicht zum Sieg gereicht hat. Die Zeitung «Le Parisien» würdigte den Merdinger als «tapferen Zweiten». Jens Voigt eroberte sich im Verlauf der drei Wochen durch seine gewinnende Art und seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse die Sympathien der Franzosen.
Wichtig war für die Gastgeber des größten Radsport-Ereignisses, dass sich die Befürchtungen von Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc über eine Häufung von Doping-Problemen nicht bewahrheitet haben. Die diesjährige Tour habe sich von den Skandalen der letzten Jahr erholt und zum Sportsgeist zurückgefunden, so der Tenor in der französischen Presse. Bislang wurde nur der Spanier Del Olmo EPO-positiv getestet.
Hartnäckig hielten sich Doping-Verdächtigungen gegen den überragenden Armstrong, dessen wiederholte Beteuerungen, «clean» zu sein, das Misstrauen nicht ausräumen konnten. Seine Leistung wurde zwar als «gewaltig» und «außergewöhnlich» honoriert, doch das machte ihn noch lange nicht zum Publikumsliebling. Immer wieder wurde dem Texaner «Arroganz» vorgeworfen. Die Franzosen fanden es unverständlich, dass er von einem Bodyguard begleitet wurde. «Die Tour ist ein globales Monstrum geworden, da gibt es Risiken für die Teilnehmer. Die Zeiten sind vorbei, in denen die Fahrer bei den Einheimischen übernachteten», rechtfertigte sich Armstrong in der Sportzeitung «L`Equipe».
Der Texaner hat sich allerdings große Mühe gegeben, sein Image zu verbessern, mehr zu lächeln und mehr Französisch zu sprechen. Auch die Presse gab sich zunehmend Mühe, ihn fair zu behandeln. «L`Equipe» befand zum Abschluss der Tour: «Wäre Armstrong Franzose, würde man ihn mit Zidane vergleichen und er wäre so beliebt wie keiner.»
Absoluter Tour-Liebling der Franzosen war ihr Landsmann Laurent Jalabert im gepunkteten Bergtrikot. Ihn haben die Tour-Fotografen mit dem Titel des «sympathischsten Fahrers» ausgezeichnet. Jalabert, zärtlich zu «Jaja» umgetauft, ist auch Tour-Direktor Leblanc ans Herz gewachsen. Jalabert in den Pyrenäen, dies sei sein stärkster Tour- Eindruck gewesen, sagte Leblanc in seiner Bilanz.
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