Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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05.08.2001 - Leipzig (dpa) - Carsten Podlesch bleibt das Maß aller Dinge der Radsport-Steher. Der 31-Jährige wurde auf der Leipziger Radrennbahn seiner Favoritenrolle gerecht und holte sich zum dritten Mal den Europameistertitel. Der Berliner, der für das Team Wiesenhof aus Leipzig als Profi fährt und zuvor zwei Mal Weltmeister geworden war, setzte sich an der Rolle von Schrittmacher Bruno Walrave souverän durch.
Der Niederländer ist der erfolgreichste Schrittmacher der Welt. Seit 1966 war er an 14 Weltmeistertiteln als «Führungsperson» beteiligt. Der Gütersloher Stefan Klare, im Vorjahr Zweiter, holte sich diesmal hinter dem Italiener Sabino Cannone die Bronzemedaille und war am Ende nicht weniger zufrieden als Podlesch.
45 Minuten der über eine Stunde gehenden Entscheidung hatte Podlesch hinter dem Italiener an Position zwei des Rennens auf seine Chance gelauert, dann ging der zehnmalige deutsche Meister zum Angriff über und war nicht mehr zu halten: «Es war eine Frage der Nerven. Ich musste auf einen Schwächemoment von Cannone warten und diesen nutzen. Bei einem Überholmanöver von Überrundeten merkte ich, jetzt ist er zu greifen. Dass dieser Moment kommt, wusste ich.»
Danach wirkte Cannone so angeschlagen, dass auch Klare noch seinen Chance hatte. 14 Runden vor dem Ende lag er fast in Reichweite, aber der Italiener verteidigte bis zum Ende einen Vorsprung von wenigen Metern. «Es hätte noch etwas länger sein müssen, um noch auf Platz zwei vorzustoßen», meinte der EM-Dritte: «Potti hat sehr spät die Spitze übernommen, als ich dann nachrückte, reichte es nicht mehr ganz.»
Auch ein anderer deutscher Teilnehmer überzeugte bei diesem Championat mit Radsportlern aus neun Ländern: Der junge Jan Richter aus Cottbus wurde bei seiner ersten EM gleich Vierter. Wenig zufrieden zeigte sich dagegen Lokalmatador Ralf Keller (Grimma), der mit dem Berliner Karsten Podlesch auf der Schrittmachermaschine wenig harmonierte und sich mit Rang sieben begnügen musste. Der 38-Jährige kündigte danach das Ende seiner Laufbahn an.
Große Diskussionen hatte es im Vorfeld um den Start eines vierten deutschen Fahrers gegeben. Laut Reglement dürfen nur drei Gespanne pro Nation an einer EM teilnehmen. «Natürlich ist ein Titelverteidiger automatisch startberechtigt. Deshalb konnten wir Protesten nicht stattgeben», hatte der Schweizer Roland Hofer, Generalsekretär des Europäischen Radsportverbandes (UEC) erklärt und «Grünes Licht» für Richter erteilt, den Vierten der deutschen Meisterschaft.
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