Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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21.09.2001 -
Saarburg (dpa) - Jan Ullrich attackierte vergeblich. Der Telekom-Star musste dem schwedischen Meister Marcus Ljungqvist den Tagessieg auf der 3. Etappe der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt überlassen und konnte auch keinen Boden in der Gesamtwertung gutmachen.
Ljungqvist hatte nach 4:48:53 Stunden über 190 km von Pirmasens nach Saarburg im Spurt einer 28-köpfigen Spitzengruppe die schnellsten Beine und siegte vor dem Österreicher Peter Wrolich und Alexander Moos aus der Schweiz. Bester Deutscher war Nationalfahrer Fabian Wegmann (21) auf Platz vier. Olympiasieger Ullrich kam mit der Spitzengruppe ins Ziel.
Die «fliegenden Holländer» Erik Dekker und Michael Boogerd vom Team Rabobank kontrollierten trotz leichter Probleme das Feld und führen vor der Etappe nach Bitburg weiter zeitgleich. «Jan Ullrich hat heute versucht zu attackieren, aber er ist am letzten Berg nicht weggekommen», grinste Gesamt-Spitzenreiter Dekker, der sich auf den Schlussetappen mit Boogerd über den Gesamtsieg einig werden muss. «Ihnen reichen zwei Worte», erklärte Rabobank-Teamchef Theo de Rooy.
«Jan war heute der eindeutig stärkste Fahrer, hat mehrfach versucht wegzukommen. Ein richtiger Berg und es hätte geklappt», vermutete Telekom-Oldie Udo Bölts (Heltersberg), der zum dritten Mal in Folge Etappen-Achter wurde. «Schade, dass wir jetzt kein Zeitfahren im Programm haben.» Bei angenehmen Temperaturen bestimmte ein Quintett über 150 Kilometer das Geschehen: Roger Beuchat (Schweiz), Sebastian Lang (Gera), Ronny Scholz (Cottbus) und die beiden Dänen Danny Jonasson und Allan Johansen wurden aber 15 Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Es war wirklich fünf vor zwölf, als sich das Team Telekom entschied, doch an den Start der dritten Etappe zu gehen. Bölts (35) hatte tags zuvor eine Zeitstrafe von 20 Sekunden und eine Geldstrafe von 200 Schweizer Franken erhalten, weil er fünf Kilometer vor dem Ziel unerlaubter Weise eine Getränkeflasche angenommen haben soll. Bölts schwor, nicht er, sondern sein Teamkollege Torsten Hiekmann sei es gewesen und drohte mit dem Ausstieg: «So lasse ich mir meine sportlichen Chancen nicht kaputtmachen. Die falsche Behauptung des UCI-Kommissars ist eine Frechheit, eine Schweinerei.»
Als der Chef der Jury, der Luxemburger Ed Buchette, und Rundfahrtchef Jörg Billmeier nach 45-minütiger Beratung entschieden, es bleibe bei der Strafe, sagte Rudy Pevenage: «Dann reisen wir eben ab.» Der Telekom-Teamchef erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Schweizer Franken. Auf den letzten Drücker konnte der drohende Skandal verhindert werden. «Es wurde ein Kompromiss gefunden, Hiekmann erhält die Strafe und nach der Etappe soll ein Beweis mittels Fernsehbilder gefunden werden», sagte Bölts kopfschüttelnd. Der Tag, an dem es auch durch seinen Heimatort Heltersberg ging, war für Bölts «gründlich versaut».
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