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22.03.2002 -
San Remo (dpa) - Jan Ullrich, Erik Zabel und Co. sitzen fest im Sattel. Auch wenn ihr Sponsor Telekom plötzlich seine Liebe zum Vereins-Fußball entdeckte und für Bayern München im Jahr mehr als doppelt so viel springen lässt wie für die Radprofis.
Im und um das Team Telekom herrscht - so der Eindruck im Moment - keine Angst vor dem aus der Bundesliga bekannten Schleudersitz-Phänomen. «Radsport ist und bleibt unser zentraler Mittelpunkt. Über diese Bindung braucht sich niemand Sorgen zu machen. Wir haben immer deutlich gemacht, dass unser Engagement langfristig ist», erklärte Kommunikations-Direktor Jürgen Kindervater vor dem ersten Weltcup-Rennen Mailand - San Remo, bei dem Zabel seinen fünften Sieg anpeilt.
Das Team des Weltranglisten-Spitzenreiters ist über Walter Godefroot vertraglich noch fest bis 2004 an Telekom - für augenblicklich rund acht Millionen Euro pro Saison - gebunden. Diese «Ehe» soll weiter bestehen. «Warum sollten wir ein Signal geben, dass wir darüber hinaus weitermachen? Wir würden eines geben, wenn wir vorhätten, etwas zu ändern», sagte Kindervater, der die Super-Bilanz von 2001 (65 Siege) nicht zum Maßstab nehmen will: «Die großartigen Erfolge der Vergangenheit haben den Erwartungsdruck unheimlich gesteigert, aber man kann nicht jedes Jahr die Champions League gewinnen.»
Der Belgier Godefroot, als «alter Hase» seit mehr als 30 Jahren im Geschäft, hat «keine Gedanken darüber verschwendet», dass ihm die Bayern das Terrain in Zukunft streitig machen könnten. «Das Sport-Engagement von Telekom ist jetzt breiter. Das ist gut. Ansonsten beherzige ich ein flämisches Sprichwort: Nicht umdrehen und weiter arbeiten.» Außerdem lebe man in dieser Branche immer damit, «dass ein Sponsor auch abspringen kann».
1996 wäre es beinahe so gekommen, Kindervater wollte den Geldhahn zudrehen. Aber der Toursieg durch den Dänen Bjarne Riis und die Entdeckung Jan Ullrichs änderten die Situation schlagartig. Das Geld sprudelte weiter aus verlässlicher Quelle. Die Radprofis stehen seit elf Jahren auf der Telekom-Gehaltsliste, die Neulinge aus Bayern sind vorerst bis 2008 als Partner gebucht: Für rund 120 Millionen Euro. Außerdem engagiert sich Telekom finanziell noch für die Bonner Basketballer sowie die deutschen Eisschnellläufer und Ruderer.
«Ich glaube, das hat keinen direkten Einfluss auf uns Fahrer - ich bin nach wie vor sehr zufrieden bei Telekom. Das war vielmehr ein schlauer Werbe-Schachzug, wenn demnächst viele Kids beim Straßen-Fußball mit dem T auf Fußball-Trikots herumlaufen», meinte Zabel zum Deal mit den Bayern.
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