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07.10.2001 -
Tours (dpa) - Eine Woche vor der Straßen-Weltmeisterschaft machte Richard Virenque Erik Zabel einen Strich durch die Rechnung. Der Franzose gewann nach 254,5 km das neunte und vorletzte Weltcup-Rennen und überließ dem Favoriten aus Unna, der nach Mailand- San Remo und den HEW Cyclassics sein drittes diesjähriges Pokal- Rennen gewinnen wollte, nur den dritten Rang.
Der ehemalige Doping-Sünder, krönte eine unglaubliche Alleinfahrt bei Paris-Tours über mehr als 240 km im Ziel mit wenigen Sekunden Vorsprung vor dem Verfolgerfeld als umjubelter Solo-Sieger. Zehn Kilometer vor dem Ziel hatte Virenque, der bei der Spanien-Rundfahrt nach neunmonatiger Doping-Sperre sein Comeback gefeiert hatte, seinen Landsmann Jacky Durand abgeschüttelt. Mit ihm war er schon nach 12 km ausgerissen.
Die 95. Auflage des Herbst-Klassikers wurde zur Privat-Show der in in Frankreich überaus beliebten Virenque und Durand. Die beiden als nicht besonders spurtstark bekannten Profis, die deshalb nicht unbedingt zum Favoritenkreis gehörten, bildeten schon nach nach gut 20 Minuten Renndauer ein Ausreißer-Duo und hatten zum Teil knapp 18 Minuten Vorsprung.
Sie profitierten bei heftigem Wind vom Bummeltempo im Feld. Auf den letzten 80 km auf dem flachen Kurs schrumpfte ihr Vorsprung unentwegt und die Kräfte schienen zu schwinden. Aber das Feld, zuletzt angeführt vom Telekom-Team, das Tempo für Zabel machte, kam nicht mehr ganz heran.
Das letzte Weltcup-Rennen findet am 20. Oktober statt. Nach der Lombardei-Rundfahrt werden auch alle nur noch theoretisch bestehenden Zweifel am Gesamtsieg des Niederländers Erik Dekker beseitigt sein. Cup-Verteidiger Zabel, immer noch auf Rang zwei der Gesamtwertung und weiter an Dekker herangerückt, hatte den Niederländer schon während der Vuelta zu seinem Nachfolger ausgerufen. Selbst im Siegfall in Tours hatte er schon einen Start beim Finale in der Lombardei ausgeschlossen.
Zabel, auch noch bei der WM in Lissabon aktiv, machte mit seinem dritten Rang weitere 50 Punkte in der Cup- Wertung, in der ihm Platz zwei hinter Dekker kaum noch zu nehmen sein dürfte. Außerdem punktete der Weltcup-Verteidiger weiter für die Weltrangliste. Die Chancen, dass Zabel dort an der Spitze überwintern kann, sind weiter gestiegen.
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