Hirschi und Ciccone folgen doppeltem Evenepoel

Clasica San Sebastian im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Clasica San Sebastian im Rückblick: Die letzten zehn Jahre"
Giulio Ciccone (Lidl – Trek) gewann im Jahr 2025 die 44. Ausgabe der Clasica San Sebastian. | Foto: Cor Vos

29.07.2026  |  (rsn) - Die Clasica San Sebastian ist das einzige spanische WorldTour-Eintagesrennen und wartet oft mit großer Hitze und immer mit einer anspruchsvollen Streckenführung auf. Dabei stellt sich die Frage, ob kurz nach der Frankreich-Rundfahrt die Form der Tour-Starter noch gut genug ist, um gegen die ausgeruhte Konkurrenz bestehen zu können.

RSN blickt auf die letzten zehn Jahre des Rennens rund um die baskische Metropole San Sebastian zurück:

Clasica San Sebastian 2016: Bauke Mollema

Nach Platz zwei im Vorjahr konnte der Niederländer diesmal jubeln. Mollema siegte mit 17 Sekunden Vorsprung auf das Verfolgerduo Tony Gallopin (Lotto - Soudal) und Alejandro Valverde (Movistar).

Mollema hatte kurz nach der letzten Steigung aus einer vierköpfigen Spitzengruppe heraus attackiert und dabei die Uneinigkeit seiner drei ehemaligen Mitstreiter ausnutzen können.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2017: Michal Kwiatkowski

Die 37. Austragung der Clasica war mit 231 Kilometern deutlich länger als die der Vorjahre und wurde zudem im Sprint entschieden. Aus einem Spitzentrio heraus war Michal Kwiatkowski (Sky) der Stärkste. Der Pole verwies Tony Gallopin (Lotto - Soudal) und Vorjahressieger Bauke Mollema (Trek - Segafredo) auf die Plätze zwei und drei.

Dabei krönte Kwiatkowski die starke Vorarbeit seiner Sky-Mannschaft - vor ihm waren bereits Gianni Moscon und Mikel Landa in die Offensive gegangen. Am letzten Anstieg lösten sich Landa, Gallopin und Mollema, in der Abfahrt fuhren noch Kwiatkowski und Tom Dumoulin (Sunweb) nach vorne, so dass es zur Sprintentscheidung kam.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2018: Julian Alaphilippe

Nach 228 Kilometern rum San Sebastian war der Franzose Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors) im Sprintduell gegen den Niederländer Bauke Mollema (Trek - Segafredo) erfolgreich. Den Kampf um Platz drei ersten Verfolgergruppe entschied sein Landsmann Anthony Roux (Groupama - FDJ) ebenfalls im Sprint für sich..

Alaphilippe hatte am Murgil Tontorra acht Kilometer vor dem Ziel attackiert, zu dem in Führung liegenden Mollema aufgeschlossen und seinem Kontrahenten schließlich keine Chance gelassen.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2019: Remco Evenepoel

Die 39. Ausgabe der Clasica stand ganz im Zeichen von Remco Evenepoel (Deceuninck - Quick-Step). Der erst 19 Jahre alte Belgier triumphierte nach 227 Kilometern als Solist mit 38 Sekunden Vorsprung auf eine elfköpfige Verfolgergruppe, die von Greg Van Avermaet (CCC) ins Ziel geführt wurde. Platz drei ging an den Schweizer Marc Hirschi (Sunweb), der Österreicher Patrick Konrad (Bora - hansgrohe) wurde Sechster.

Dabei war Clasica-Debütant Evenepoel im Finale zwischenzeitlich zurückgefallen. 20 Kilometer vor dem Ziel konnte er jedoch einer Attacke vom Toms Skujins (Trek - Segafredo) folgen. Seinen einzigen Begleiter schüttelte der Neoprofi am letzten Anstieg ab und feierte überlegen seinen ersten Sieg in einem WorldTour-Eintagesrennen.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2020:

Absage wegen Corona-Pandemie

40. Clasica San Sebastian 2021: Neilson Powless

Nach einjähriger Unterbrechung kehrte die Clasica wieder in den Rennkalender zurück und endete nach 223 Kilometern mit dem Sieg von Neilson Powless (EF Education - Nippo). Der US-Amerikaner ließ im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe den Slowenen Matej Mohoric (Bahrain Victorious) und den Dänen Mikkel Honoré (Deceuninck - Quick-Step) hinter sich.

Powless setzte sich vor der letzten Steigung mit vier weiteren Fahrern vom Feld ab, ehe es in der Spitzengruppe in der letzten Abfahrt zu einem Sturz kam, von dem Powless jedoch verschont blieb. Drei seiner Begleiter konnten zwar wieder zu ihm aufschließen, doch die Aufholjagd hatte so viel Kraft gekostet, dass Powless seinen ersten Profisieg feiern konnte.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2022: Remco Evenepoel

Drei Jahre nach seinem ersten Sieg schlug der Belgier erneut zu. Diesmal kam Evenepoel mit fast zwei Minuten Vorsprung ins Ziel. Platz zwei ging mit 1:58 Minuten Rückstand an Pavel Sivakov (Ineos Grenadiers), Tiesj Benoot (Jumbo - Visma) wurde mit 2:31 Minuten Rückstand Dritter.

Evenepoel hatte bereits 45 Kilometer vor dem Ziel am Erlaitz-Anstieg attackiert, wobei ihm nur Simon Yates (BikeExchange - Jayco) kurzzeitig folgen konnte. Noch vor dem Gipfel fiel aber auch der Brite in die erste Verfolgergruppe zurück, die Evenepoel nicht mehr einfangen konnte.

Zum Rennbericht

42. Clasica San Sebastian 2023: Remco Evenepoel

Als erstem Fahrer seit Laurent Jalabert 2002 gelang Remco Evenepoel (Soudal - Quick-Step) die Titelverteidigung. Nach 230 Kilometern verwies der Belgier seinen spanischen Kontrahenten Pello Bilbao (Bahrain Victorious) im Sprintduell auf Platz zwei. Das Podium komplettierte der für Bora - hansgrohe fahrende Russe Aleksandr Vlasov, der mit 28 Sekunden Rücksstand ins Ziel kam.

Wie im Vorjahr setzte Evenepoel seine Attacke am Erlaitz-Anstieg, der diesmal sogar schon 73 Kilometer vor dem Ziel anstand. Fünf Fahrer konnten ihm hier noch folgen. Bis zum letzten Anstieg reduzierte sich die Spitze auf ein Trio, ehe Vlasov hier Evenepoel und Bilbao nicht mehr folgen konnte.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2024: Marc Hirschi

Die 43. Austragung wurde im Sprint zweier Ausreißer entschieden. Dabei setzte sich nach 236 Kilometern der Schweizer Marc Hirschi (UAE Team Emirates) vor dem Franzosen Julian Alaphilippe (Soudal - Quick-Step) durch. Platz drei ging an den Belgier Lennert Van Eetvelt (Lotto Dstny), der sieben Sekunden später in San Sebastian das Ziel erreichte.

Hirschi und Alaphilippe hatten am letzten und steilsten Berg des Rennens die Kontrahenten abgeschüttelt und machten schließlich den Sieg unter sich aus.

Zum Rennbericht

Clasica San Sebastian 2025: Giulio Ciccone

Giulio Ciccone war bei der 44. Austragung im Jahr 2025 der Stärkste. Der Kapitän von Lidl - Trek setzte sich nach 211 Kilometern als Solist mit neun Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Jan Christen (UAE Team Emirates) durch. Den Sprint um Platz drei entschied der für Red Bull - Bora - hansgrohe fahrende Belgier Maxim Van Gils für sich.

Im letzten Anstieg knapp zehn Kilometer vor dem Ziel hatte Ciccone eine Attacke von Christen pariert und anschließend den entscheidenden Konter gesetzt. Der Kletterspezialist stürzte sich mit einer knappen halben Minute Vorsprung in die letzte Abfahrt und konnte einen knappen Vorsprung ins Ziel retten, um als erster Italiener seit Leonardo Bertagnolli wieder die Clasica San Sebastian zu gewinnen.

Zum Rennbericht 

Weitere Radsportnachrichten

22.09.2026Okrucinska fährt aus der Kwiatkowski-Akademie zu WM-Gold

(rsn) – Nach dem siebten Platz in Kigali 2025 hat sich Maria Okrucinska bei der Straßen-Weltmeisterschaft von Montréal den Traum vom Titelgewinn im Zeitfahren der Juniorinnen erfüllt. Die 18 Jahr

22.09.2026Sand im Schweizer Uhrwerk: Dennoch reichte es zu WM-Bronze

(rsn) - Lange konnten sich Mauro Schmid und Stefan Bissegger im Windschatten von Stefan Küng nicht verstecken. Beim Mixed Teamzeitfahren in Montreal war der Etappensieger der Vuelta a Espana nach e

22.09.2026Noval holt für Spanien erstes WM-Gold im Junioren-Zeitfahren

(rsn) – Benjamin Noval ist als erster Spanier Junioren-Weltmeister im Zeitfahren geworden. Der 17-jährige Sohn des ehemaligen Profis gleichen Namens absolvierte bei den Welttitelkämpfen von MontrÃ

22.09.2026Deutsche Mixed Staffel trotz Pech mit “richtig Laktat“ WM-Fünfte

(rsn) – Mit Maximilian Walscheid, Jasha Sütterlin, Nikias Arndt und Ricarda Bauernfeind standen im Vergleich zu Kigali gleich vier Neue bei der Mixed Staffel im Rahmen der Straßen-Weltmeisterschaf

22.09.2026Highlight-Video der WM-Mixed-Staffel

(rsn) – Im siebten Anlauf hat es geklappt. Bei den UCI Straßen-Weltmeisterschaften von Montréal hat Italien in der Mixed Staffel erstmals die Goldmedaille geholt. Filippo Ganna, Elisa Longo Borghi

22.09.2026Mixed Staffel: Italien stürmt zu WM-Gold, Deutsche verpassen Podium

(rsn) – Italien hat erstmals in der Mixed Staffel WM-Gold gewonnen. Mattia Cattaneo, Filippo Ganna, Matteo Sobrero, Vittoria Guazzini, Elisa Longo Borghini und Monica Trinca Colonel holten am dritte

22.09.2026Schmid: “Stefan Küng ist nach drei Kilometern der Lenker gebrochen“

(rsn) – Italien hat bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Montréal erstmals Gold in der Mixed Staffel gewonnen. Das Sextett um Filippo Ganna und Elisa Longo Borghini setzte sich mit acht Sekunden

22.09.2026Molano gewinnt CRO-Race-Auftakt vor Magnier und Teutenberg

(rsn) – Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG) hat in einem wilden Sprint an der Adria den Auftakt des 11. CRO Race (2.Pro) für sich entscheiden. Der Kolumbianer, der am Jahresende zu Lot

22.09.2026Startzeiten und Team-Aufstellungen für die Mixed Staffel bei der WM

(rsn) – 15 Teams werden am Dienstagmorgen (Ortszeit) zum Mixed Relay, der gemischten Team-Staffel, bei den UCI Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal antreten. Von einem Sextett der ´Exoten´ aus

22.09.2026Brennan und Merlier sollen Philipsen im Münsterland herausfordern

(rsn) – Der Sparkassen Münsterland Giro feiert am 3. Oktober seine 20. Ausgabe und wird zum Jubiläum voraussichtlich mit einer illustren Startliste beschenkt: Wie die Veranstalter bekanntgaben, we

22.09.2026Wilson-Haffenden verabschiedet sich nach WM-Titel von Lidl - Trek

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

22.09.2026U23-Weltmeister Gal: “Daran hatte ich nicht gedacht“

(rsn) – Nachdem sich sowohl in den beiden Eliteklassen als auch bei den U23-Frauen im Zeitfahren der Straßen-Weltmeisterschaften von Montreal die großen Favoritinnen und der große Favorit durchse

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Omloop van het Houtland (1.1, BEL)
  • Tour of Poyang Lake (2.2, CHN)