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11.10.2000 -
Plouay (dpa) - Der verletzte Jan Ullrich steht bei der Straßen-Radweltmeisterschaft in Plouay an der Spitze einer prominenten Liste von Nicht-Startern. Beim Einzelzeitfahren der Elite am Donnerstag fehlen mit Wjatscheslaw Jekimow (Russland), Jan Ullrich (Merdingen) und Lance Armstrong (USA) alle Medaillen-Gewinner des Olympia-Rennens von Sydney.
Auch die starken Zeitfahrer Roberto Heras und Joseba Beloki (beide Spanien) sowie Ex-Weltmeister Alex Zülle (Schweiz) sind bei dem Titelkampf in der kalten und regnerischen Bretagne nicht dabei.
«So gern wir Jan Ullrich hier gesehen hätten, das wäre nichts geworden», betonte Teamchef Olaf Ludwig. Der Olympiasieger sitzt nach seinem Sturz und der folgenden Operation zu Hause, kann nur mit Schmerzen essen und die Rennen nur am Fernseher verfolgen. «Er hat uns aber schon angerufen und alles Gute gewünscht. Das Reden geht trotz der operierten Lippe einigermaßen», sagte der Berliner Jens Voigt aus dem französischen Team Credit Agricole, neben dem deutschen Meister Michael Rich (Waldkirchen) vom Team Gerolsteiner der zweite deutsche Starter im Kampf gegen die Uhr am Donnerstag.
Die deutschen Farben beim Kampf gegen die Uhr werden von Rich und Voigt vertreten. Ein dritter Startplatz hätte ausschließlich Jan Ullrich als Vorjahrs-Weltmeister zugestanden. «Mit Abraham Olano und Laurent Jalabert sind zumindest noch zwei Klassefahrer dabei. Aber dahinter ist alles offen, bei einem guten Tag auch für Michael und mich», urteilte Jens Voigt, der den Wechsel aus Sydney als einer der wenigen Olympia-Teilnehmer im deutschen Team gut gemeistert hat.
Dagegen hat sich der Dritte des Einzelrennens von Sydney, Andreas Klöden (Berlin), beim Weltcuprennen am vergangenen Sonntag einen Infekt eingefangen. «Klöden kann beim Zeitfahren nicht antreten. Aber ich denke, bis zum Einzelrennen werden wir ihn optimal hin bekommen», schätzte Teamchef Ludwig ein. «Fast alle Rückkehrer aus Sydney haben leichte Gesundheitsprobleme.» Entwarnung konnte er für den Start von Erik Zabel geben. Der Unnaer hatte nach seinem 11. Platz beim Weltcuprennen Paris - Tours ebenfalls über Erkältungsprobleme geklagt und eine Absage erwogen. «Kein Wunder, da sind sie mehr als 200 km im eisigen Regen gefahren», so Ludwig. Aber Erik Zabel hat Ludwig seine Teilnahme inzwischen definitiv bestätigt.
Andere Spitzenfahrer haben das Abschluss-Rennen der WM am Sonntag dagegen abgesagt. Keine Lust, keine Form oder sonstige Gründe haben der zweimalige Tour-Etappensieger Erik Dekker (Niederlande - keine Form), Fernando Escartin (Spanien - Saison beendet), Johan Museeuw (Belgien - verletzt) sowie die Italiener Mario Cipollini (Saison beendet) und Marco Pantani (nicht nominiert). «Der Termin ist ein Problem. Mir wäre auch lieber, wenn die WM früher im Jahr wäre, wenn es noch warm ist», sagte Michael Rich. «Aber der Wettkampf-Kalender ist so voll, da bleibt kaum noch Platz. Vor allem, wenn man die großen Rundfahrten bestreiten will», fügte Jens Voigt hinzu.
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