Dopingvorwürfe gegen Fahrer von Pantani- und Armstrong-Team

08.05.2002  | 

Rom (dpa) - Der italienische Radprofi Giampaolo Mondini hat schwere Dopingvorwürfe gegen seine früheren Mannschaftskollegen aus den Teams von Marco Pantani und Lance Armstrong erhoben.

«Ich habe mit Epo gedopt, weil sich die erfahrenen Profis aus meinen Teams auch regelmäßig dopten», sagte Mondini der Disziplinarkommission des italienischen Radsportverbands, die ihn wegen Dopings beim letzten Giro D`Italia zu neun Monaten Sperre verurteilt hatte. Dies berichtete die «La Gazzetta dello Sport».

Der Tour-Etappensieger war für Pantanis Mercantone Uno-Team und zuletzt für das US-Postal Team von Tour-de-France-Sieger Armstrong gefahren. Die Amerikaner hatten ihn vor kurzem entlassen, weil bei Mondini während des letztjährigen Giro D`Italia Dopingmittel gefunden worden waren. Dafür war Mondini vom italienischen Radsport-Verband für neun Monate gesperrt worden. Mondini wird beim Start zum Giro D`Italia ebenso fehlen wie Ex-Telekom-Profi Alberto Elli, der wegen Dopings mit Insulin und Wachstumshormonen zusammen mit den Profis Brignoli, De Paoli, Figueras und Leoni zu sechs Monaten Sperre verurteilt worden ist. Der Italiener Siboni erhielt eine Sperre von acht Monaten.

Verschoben wurde dagegen das Urteil gegen Marco Pantani. Der unter Dopingverdacht stehende italienische Radstar kann beim Giro starten. Wegen eines Formfehlers musste das Urteil gegen den früheren Giro- und Tour-de-France-Sieger um mindestens 15 Tage verschoben werden. Die Anklage hatte für Pantani eine Dopingsperre von vier Jahren gefordert. In Pantanis Hotelzimmer war beim Giro d`Italia bei einer Polizeirazzia eine Spritze mit Insulin gefunden worden.

Insulin steht auf der Dopingliste. Zunächst hatte Pantani bei der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Florenz bestritten, überhaupt in dem Hotelzimmer übernachtet zu haben. Erst als die Ermittler Pantanis Anwesenheit in dem Zimmer durch Zeugenaussagen nachweisen konnten, gab der Kapitän des von der Tour de France nicht eingeladenen Mercantone Uno-Teams zu, in dem Zimmer übernachtet zu haben. Die Insulinspritze sei jedoch nicht von ihm gewesen, betonte Pantani, der sich von den Dopingermittlern seit Jahren zu Unrecht verfolgt fühlt und deshalb sogar schon Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi um Hilfe gebeten hatte. «Bald werden wir wie Sträflinge behandelt», klagte Pantani, der nach eigener Aussage «nie an seiner Teilnahme am Giro gezweifelt» hat.

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