Tour-Dritter Rumsas bestreitet Doping-Verdächtigungen

30.07.2002  | 

Vilnius (dpa) - Der unter Doping-Verdacht geratene Dritte der Tour der France, Raimondas Rumsas, hat die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. «Ich bin vollkommen ruhig. Den 3. Platz wird mir wirklich niemand wegnehmen», sagte der litauische Rad-Profi gegenüber der litauischen Tageszeitung «Lietuvos rytas».

Am Sonntag war seine Frau Edita Rumsiene mit verdächtigen Medikamenten in Chamonix verhaftet worden. In einer Erklärung der französischen Justiz vom Montagabend war allerdings die Rede von möglichen Doping-Mitteln wie Hormonpräparaten und EPO.

Die Frau ist zu einer Anhörung bei Untersuchungsrichter Franck Guesdon in Bonneville (Hoch-Savoyen) eingetroffen. Es wird damit gerechnet, dass im Laufe des Tages ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen sie wegen illegalen Handels mit Doping-Mitteln eröffnet wird. 20 Gendarmen hinderten die Presse daran, Edita vor dem Justizpalast zu filmen oder zu fotografieren.

Es habe es sich um Präparate gehandelt, die jeder Radfahrer mit sich führe, sagte Rumsas. Und weiter: «Ich habe meiner Frau die Medikamente gegeben, die ich nicht mehr brauchte und die ich nicht im Flugzeug transportieren wollte.» In der italienischen «Gazzetta dello Sport» las sich das anders: «Die Präparate waren für meine Schwiegermutter Yakstenia. Meine Frau hat sie aus Litauen mitgebracht. Ich habe nie etwas genommen. Meine Tour war sauber.» Lampre-Teamarzt Jose Ibarguren Taus gegenüber der Sportzeitung: «Alle vier Doping-Kontrollen bei der Tour waren negativ. Auch die, die ich gemacht habe.»

«Es könnte sich um eine Provokation von Konkurrenten handeln», sagte der Generalsekretär des litauischen Radsportverbands, Valentinas Rutkauskas, in Vilnius der dpa. Er habe mit Rumsas telefoniert. Demnach seien bei Rumsiene lediglich deren Medikamente und Rezepte sowie Rehabilitationsmittel des Sportlers gefunden worden. «Alle Doping-Tests bei Rumsas waren negativ», betonte auch Rutkauskas. Der Sportler habe sich darüber beschwert, dass ihm bisher keinen Kontakt zu seiner Frau gestattet wurde.

Rumsas wurde von seinem Rennstall Lampre-Daikin vorläufig suspendiert. Er kündigte an, einen Anwalt zu Hilfe zu nehmen. Sein 3. Rang bei der Tour de France war von Experten als große Überraschung eingestuft worden.

In Lyon wurde aus Justizkreisen bekannt, dass die sechs Techniker und Mitarbeiter des Rumsas-Teams am Montagabend aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden waren. Es gibt keine Beschuldigungen gegen sie.

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