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"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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12.01.2003 -
Kleinmachnow (dpa) - Verpasster Hattrick, ungewisser WM-Start und eine Begegnung der besonderen Art mit Ex-Ehemann und Ex-Trainer Torsten Wittig: Für Radsport-Ass Hanka Kupfernagel waren die 3. deutschen Cross-Meisterschaften in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Die zwei Jahre ältere Birgit Hollmann (30), lautstark und gestenreich von ihrem neuen Lebenspartner Wittig angefeuert, schnappte der zweifachen Cross-Weltmeisterin den Titel mit sieben Sekunden Vorsprung weg.
Die Entscheidung fiel in der vorletzten Runde über die verschneiten Kiebitzberge in Kleinmachnow quasi vor der Haustür der in Werder lebenden Kupfernagel. Ein zweiter Sturz mit anschließendem Kettenschaden besiegelte den Ausgang der Meisterschaft - und ließ die 28-jährige Thüringerin sogar an ihrer Tauglichkeit für die WM- Titelkämpfe am 1./2. Februar in Monopoli/Italien zweifeln. «Die Stürze haben sicher den Ausschlag gegeben. Aber ich habe nach meiner Verletzungspause natürlich auch den Konditions-Rückstand gespürt. Ich weiß nicht, ob es überhaupt Sinn hat, zur WM zu fahren, um vielleicht Zehnte zu werden», sagte die Vizemeisterin. Die Profi-Amazone vom Team Nürnberger trainiert erst seit Dezember wieder, nachdem sie eine Knie-Verletzung zu einer fünfmonatigen Pause gezwungen hatte.
Bundestrainer Peter Weibel will Hanka Kupfernagel zum WM-Start überreden, die Chancen stünden 80:20. «Die Strecke in Monopoli ist sehr schnell und liegt sowohl Birgit als auch Hanka. Sie müsste zwar noch hart arbeiten, aber es ist ja noch etwas Zeit - sie sollte fahren», meinte Weibel. Er vermutet, dass Kupfernagel um ihre fast makellose WM-Bilanz (2 Titel, einmal Zweite bei drei Starts) bangt.
Die Kupfernagel-Nachfolgerin sowohl in der Meisterliste als auch in der Gunst Wittigs fuhr trotz des Missgeschicks ihrer Konkurrentin («Hankas Sturz hatte große Bedeutung») ein starkes Rennen. Der neue Betreuer Birgit Hollmanns folgte ihr einen Tag vor seinem eigenen Start bei der Elite wie ein Irrwisch am Streckenrand und brüllte die neue Meisterin zum Sieg über die Ex-Gattin.
Hanka Kupfernagel reagierte auf dieses Störmanöver kühl: «Es gab Zeiten, da machte mich das Geschrei nervöser. Wir waren sieben Jahre zusammen - seit Juni sind wir geschieden. Es ist doch schön, dass Torsten mit Birgit wieder eine erfolgreiche Sportlerin hat. Das macht die Atmosphäre vielleicht friedlicher.»
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