Profi-Radsport

Berliner Sixdays

Siegchancen dahin - aber Aldag hält durch

30.01.2006 - (sid) - Rolf Aldag hat noch einmal beteuert, bei der 95. Auflage des Berliner Sechstagerennens, nicht vorzeitig aufzugeben. Der westfälische Radprofi, der in der Hauptstadt das letzte Rennen seiner Karriere bestreitet, war in der ersten Nacht schwer gestürzt und leidet noch immer unter den Folgen. Zudem hat der Routinier kaum noch Chancen auf einen Sieg zum Karriereende. "Ich bin Profi. Also fahre bis zu dem Moment, an dem ich meine Karriere beende. Dieser Augenblick ist erst am Dienstag gekommen", erklärte Aldag gewohnt trocken.

Zehn Tour-Teilnahmen

Zehnmal stieg der 37-Jährige bei der "Tour der Leiden" in Frankreich in den Sattel, ob bei Hitze oder Schneesturm in Alpen und Pyrenäen und brachte dabei rund 35.000 Kilometer hinter sich. Zum Abschluss seines Berufsfahrerlebens aber hatte er eigentlich von einer Jubelfahrt auf dem Berliner Holzoval geträumt.

Doch gleich am ersten Abend krachten Aldag und sein Partner Robert Bartko bei einer Ablösung auf die harte Bahn. Der Jüngere konnte das Rennen fortsetzen, bei Aldag musste das Knie punktiert werden. Die Rennärzte verordneten ihm eine 24-stündige Pause. Kaum jemand rechnete mit seiner Rückkehr auf die Holzpiste. Aber da kannten sie den eisharten Westfalen schlecht. Schon einen Tag später erschien er wieder "zur Arbeit".

Erst am Neujahrstag war der bisherige T-Mobile-Radler wegen eines Blinddarmdurchbruchs operiert worden. Kaum aus der Klinik in Beckum entlassen, musste er wieder einziehen. "Eine Nachoperation war notwendig geworden. Es hatte sich ein Hämatom gebildet", erzählt er. Nach kurzer Erholungspause von drei Tagen düste er am 13. Januar zum Training nach Mallorca.

"Alle wollten, dass ich das letzte Rennen gewinne"

Dort bereiteten sich seine Ex-Kumpel vom T-Mobile Team für die neue Saison vor. "Ich habe mich der Klassiker-Truppe um Steffen Wesemann angeschlossen. Die Jungs fegten schon ziemlich zügig über die Insel", berichtet Aldag. Dazu knetete ihm Masseur Hagen Bernutz täglich die Beine durch: "Alle wollten, dass ich das letzte Rennen für Magenta gewinne", sagt Aldag.

Von den operativen Eingriffen spürte er beim Start in Berlin nichts mehr. Also wollte er auf seine Weise den vielen Anhängern und Helfern noch einmal mit einem Sieg Dank sagen. Daraus wird nun wohl nichts. Doch der Pedal-Oldie nimmt es gewohnt sportlich: "Ich will mir wenigstens einen guten Abgang verschaffen und bei den Fans in bester Erinnerung bleiben."

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