Profi-Radsport

Riis: Muss an mein Team denken

CSC suspendiert Basso

30.06.2006 - (sid) - Ivan Basso hat trotz seines Ausschlusses von der Tour de France offenbar ein reines Gewissen: Der Giro-Sieger reagierte gelassen auf die Maßnahme und die gegen ihn erhobenen Doping-Vorwürfe. "Ich bin ganz cool. Ich warte darauf, dass mir irgendjemand den Beweis für meine Schuld bringt", sagte der Italiener. Sein Rennstall CSC hatte sich in Abstimmung mit den anderen 20 Tour-Mannschaften zur Suspendierung entschlossen.

Basso gehört wie der ebenfalls suspendierte T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich zu einer Reihe von Radprofis, die anhand von Dokumenten der spanischen Ermittlungsbehörden mit der Doping-Affäre um den Arzt Eufemio Fuentes in Verbindung gebracht werden.

Bassos Teamchef, der frühere Tour-Sieger Bjarne Riis, erklärte, er habe die Suspendierung im Interesse seiner Mannschaft vornehmen müssen. "Ich muss an mein Team denken, das ist jetzt das Wichtigste. Ich vertraue Ivan, aber es liegt jetzt an ihm und seinen Anwälten zu zeigen, dass er nichts mit der Affäre zu tun hat." Riis hatte sich mit den übrigen Managern geeinigt, alle betroffenen Fahrer vom Tour-Start ausszuschließen.

Weitere Gerüchte um Basso

Möglicherweise steht dem einstigen Telekom-Kapitän demnächst noch mehr Ärger ins Haus. Nach Informationen der französischen Sportzeitung L´Equipe wird CSC verdächtigt, am Tag vor dem Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix einen Abfallsack mit Spritzen entsorgt zu haben.

Am 8. April sei ein Auto mit dem Schriftzug eines Teamsponsors in ein Pariser Parkhaus gefahren und habe einen Sack weggeworfen. Dafür gebe es einen Augenzeugen. Der Inhalt des Sacks mit rund 100 Spritzen, an denen sich ein Parkhausangestellter beim Entleeren des Mülls verletzt habe, werde momentan in einem Labor untersucht.

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