Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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28.07.2006 - (sid) - Nun schaltet sich auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) in den Dopingfall um Toursieger Floyd Landis ein. Vizepräsident Thomas Bach hat den Radsport-Weltverband UCI aufgerufen, umgehend eine Untersuchungskommission einzusetzen, um das Umfeld der Athleten auszuleuchten: "Es geht nicht nur um die Fahrer, noch wichtiger ist es, die Hintermänner zu finden. Es geht um die Frage, wer hat geholfen, wer hat die Manipulationen gedeckt?", sagte Bach. "Es hätte schon mehr geschehen können. Ich hätte mir gewünscht, dass die Bemühungen um Aufklärung sich nicht nur auf die Sportler erstrecken." Gerade im Radsport spiele das Netzwerk um die Aktiven eine besondere Rolle.
Beim Aufbrechen der Netzwerke gebe es auch in Deutschland Nachholbedarf, dazu bedürfe es aber nicht eines neuen Antidoping-Gesetzes: "Wir brauchen höhere Strafen für die Hintermänner und eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Dagegen sehe er sich durch den Fall Floyd Landis in seiner Haltung bestätigt, dass die Athleten durch ein Antidoping-Gesetz nicht kriminalisiert werden sollten: "Wenn die B-Probe ebenfalls positiv sein sollte, droht Landis eine zweijährige Sperre, also praktisch ein Berufsverbot. Und zwar sofort ohne Wenn und Aber. Das zeigt, dass der Sport viel effektiver strafen kann als ordentliche Gerichte."
Bach: "War es purer Zynismus oder grenzenlose Dummheit?"
Dort könnten Monate oder Jahre vergehen, ehe ein rechtskräftiges Urteil gesprochen ist: "Weil vor Gericht die individuelle Schuld von Landis festgestellt werden müsste." Bis dahin wären dem Sport die Hände gebunden, wenn es nicht bei der Arbeitsteilung Staat-Sport bliebe. "Er fährt mit spanischer Lizenz, ist in Frankreich getestet worden, sein Rennstall sitzt in der Schweiz, er ist US-Staatsbürger. Welches Gericht ist zuständig? Schon darüber würden die Juristen lange streiten."
Was die persönliche Bewertung des Falles Landis betreffe, so schwanke er in der Frage: "War es purer Zynismus oder grenzenlose Dummheit?´
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