Zitat der Woche:
"Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. "
(Lance Armstrong zu seinem Start bei der Tour de France 2009)
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05.08.2006 - (sid) - Sprinter Erik Zabel hat seinen Radsport-Kollegen Gerald Ciolek "geadelt". "Er ist mein designierter und legitimer Nachfolger. Ich halte große Stücke auf ihn. Er ist das größte Sprinttalent in Deutschland. Ihm traue ich zu, als nächster Deutscher ins Grüne Trikot bei der Tour de France zu fahren", sagte Zabel über seinem 17 Jahre jüngeren Kollegen Gerald Ciolek. Der frühere Vize-Weltmeister zeigt sich als fairer Sportsmann, wenn der 19-Jährige, wie nach der dritten Etappe der Deutschland-Tour in Schweinfurt, allen davonsprintet.
"Träumen darf man ja"
Der Mann aus Pulheim bei Köln zeigt sich angesichts der Komplimente geschmeichelt und dämpft die Erwartungshaltung: "Das Grüne Trikot ist sehr hochgegriffen. Ich muss erstmal sehen, dass meine Entwicklung so weitergeht. Aber träumen darf man ja."
Ein Traum war auch sein Einstieg in die Profiszene. Im Alter von 18 Jahren holte Ciolek 2005 im Trikot des damals drittklassigen Akud-Teams überraschend den deutschen Meistertitel und durchbrach die fast ein Jahrzehnt währende Phalanx von T-Mobile. Nun ließ der Youngster, der nach dem Zusammenschluss der Teams Wiesenhof und Akud immerhin "zweitklassig" fährt, in Schweinfurt seinen zweiten Profisieg folgen.
Ciolek wohl bald bei T-Mobile
Kein Wunder, dass sich Ciolek vor Angeboten kaum retten kann. "Unterschrieben ist noch nichts", sagt er, aber die Entscheidung ist nach Aussage des Sportlichen Leiters Raphael Schweda schon gefallen - zugunsten von T-Mobile. "Da konnten wir finanziell wohl nicht mithalten", sagt Milram-Profi Zabel, der Ciolek gerne in seinem Team gehabt hätte: "Nun muss ich in den sauren Apfel beißen und weiter gegen ihn fahren. So ist das manchmal im Leben - zwei Königskinder, die nie zusammenkommen."
"Ich denke, bei T-Mobile sind die Chancen für den Nachwuchs in Zukunft recht groß. Bei Milram hätte mir neben Zabel und Petacchi der Raum gefehlt", begründet Ciolek seine Entscheidung und sieht nach den jüngsten Doping-Skandalen auch eine "Chance für seine Generation".
Trotz seiner frühen Erfolge hat sich Ciolek ein zweites Standbein aufgebaut und die Lehre zum Energie-Elektroniker abgeschlossen. "Wie es momentan läuft, hätte ich das vielleicht nicht gebraucht. Aber das war Kopfsache, ich wollte die Ausbildung unbedingt abschließen."
WM-Sieg ist das Ziel
Wie es nach der Deutschland-Tour für ihn weitergeht, weiß er noch nicht. "Ich will es nicht überreizen", sagt Ciolek. Aber ein Ziel bleibt: die U23-WM in Salzburg Ende September. "Der WM-Sieg ist natürlich das Ziel, aber das kann man nicht planen. Bei einer WM ist auch ein vierter oder fünfter Platz keine Niederlage."
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