Profi-Radsport

Deutschland-Tour

Leipheimer meldet sich zurück, Voigt in Gelb

06.08.2006 - (sid) - CSC-Fahrer Jens Voigt hat auf der ersten Bergetappe der Deutschland-Tour die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Der 35 Jahre alte Berliner übernahm auf der entschärften "Königsetappe" von Bad Tölz nach Seefeld in Österreich über 160km durch einen vierten Platz das Gelbe Trikot und löste damit Milram-Sprinter Erik Zabel ab.

Den Tagessieg holte sich Titelverteidiger Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner vor dem Kasachen Andrej Kaschechkin (Astana) und dem Italiener Marzio Bruseghin (Lampre). Das "Dach der Tour", das 2020m hohe Kühtai, wurde allerdings auf Wunsch der Fahrer kurzfristig aus dem Programm genommen.

So blieb der Schlussanstieg ins 1190m hohe Seefeld als einzige Herausforderung für die Fahrer. Und dort lieferte Voigt eine starke Leistung ab. Wie bereits nach seinem Etappensieg in Goslar angekündigt, nahm der nicht gerade als Bergfahrer ausgemachte CSC-Profi auf der Fahrt in den Wintersportort die Gesamtwertung ins Visier. Voigt hatte keine Probleme mit den Bergspezialisten mitzuhalten und sorgte auf den letzten Kilometer durch seine Tempoarbeit sogar dafür, dass Leipheimer im Ziel lediglich zwei Sekunden Vorsprung blieben.

Voigt jagt Leipheimer

"Wenn es trocken gewesen wäre, hätten wir Leipheimer noch eingeholt. In der letzten Kurve mussten wir abbremsen. Das ärgert mich ungemein", sagte Voigt, dessen Miene sich aber schnell aufhellte, als er erfuhr, dass er das Gelbe Trikot übernommen hatte. In der Gesamtwertung liegt der gebürtige Mecklenburger nun drei Sekunden vor Wladimir Gusew aus Russland. Vorjahressieger Leipheimer meldete sich derweil nach seinem schwachen Prolog eindrucksvoll zurück, fuhr den 26. Saisonsieg für Gerolsteiner heraus und ist nun Gesamt-Vierter.

Für Zabel, der am Schlussanstieg chancenlos blieb, war die Fahrt im Gelben Trikot damit nur ein kurzes Vergnügen. Der Milram-Sprinter hatte auf der vierten Etappe von Heidenheim nach Bad Tölz am Samstag die Führung mit seinem dritten Platz übernommen.

Fahrer reichen Beschwerde ein

Vor dem Start in Bad Tölz hatten die Fahrer bei den Organisatoren Beschwerde eingereicht. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen hatten sich die Fahrer dagegen ausgesprochen, das 2020m hohe Kühtai zu überqueren. "Man muss auch an die Gesundheit der Fahrer denken. Die Bedingungen waren unakzeptabel", begründete Zabel die Haltung der Fahrer. Das Jedermann-Rennen führte dagegen planmäßig über den Pass.

Zabel war neben Gerolsteiner-Profi Sebastian Lang als Wortführer aufgetreten. Die Organisatoren lenkten vor dem Hintergrund der Diskussionen um zu schwere Streckenführungen schnell ein. Auf Kühtai, dem ursprünglichen "Dach der Tour", herrschten Regen und Temperaturen um null Grad.

Zum Schlussanstieg dominierte eine sechsköpfige Spitzengruppe, die sich bei Kilometer 82,7 abgesetzt hatte, das Renngeschehen. Christian Knees (Milram) und Robert Retschke (Wiesenhof) sowie der Ungar Laszlo Bodrogi (Credit Agricole), Sebastien Rosseler aus Belgien (Quickstep), der Italiener Paolo Fornaciari (Lampre) und der Niederländer Jan Boven (Rabobank) fuhren zwischenzeitlich einen Vorsprung von zwei Minuten heraus.

Am Montag steht die nächste Bergetappe der Deutschland-Tour auf dem Programm. Auf dem 196,6km langen Teilstück von Seefeld nach St. Anton fällt die Entscheidung über den Tagessieg am 1762m hohen Arlberg. Vorher ist noch das 1873m hoch gelegene Hahntennjoch, ein Berg der Ehrenkategorie, zu bewältigen.

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