Stillstand: UCI verweist im Fall Ullrich auf Spanien

23.09.2006  |  Salzburg (dpa) - Der Internationale Radsportverband UCI tritt bei der Weiterführung des spanischen Doping-Falles, in den auch Jan Ullrich verwickelt ist, auf der Stelle.

Bis zu einer möglichen Anklage gegen den einstigen T-Mobile-Kapitän vor der Disziplinar- Kammer des zuständigen Schweizer Verbandes dürfte noch einige Zeit vergehen. UCI-Präsident Pat McQuaid verwies am Rande der WM in Salzburg zurück auf die spanischen Justizbehörden: «Eine Beglaubigung der dem Schweizer Verband vorliegenden Unterlagen kann es von uns nicht geben. Den Stempel kann nur der Ermittlungsrichter in Spanien darunter setzen. Er ist von uns darum gebeten worden. Wenn das der Fall ist, werden die Schweizer informiert.»

Swiss Cycling wartet Hände ringend auf eine Beglaubigung, «sonst können wir keinen Prozess mit Aussicht auf Verurteilung einleiten», erklärte der Verbands-Geschäftsführer Lorenz Schläfli in Salzburg. McQuaid forderte die Landesverbände der verdächtigten Fahrer dennoch auf, «Verfahren einzuleiten, sie aber noch nicht mit einem Urteil abzuschließen», weil noch neue Erkenntnisse aus Spanien erwartet würden.

Das könnte besonders im Fall des Giro-Gewinners Ivan Basso (Italien) interessant werden, der am 29. September vor dem Nationalen Olympischen Komitee CONI seine zweite Anhörung hat und auf einen Freispruch hofft. Basso war genau wie Ullrich und sieben weitere Profis von der Teilnahme an der Tour de France ausgeschlossen worden, weil starke Indizien für eine Verwicklung in die Doping-Affäre Fuentes sprachen.

McQuaid bedauerte den momentanen Stillstand. «Das ist alles sehr kompliziert und braucht seine Zeit. Das ist keine klare Doping-Angelegenheit mit positiver A- und B-Probe. Wir haben von der Guardia Civil 500 Seiten bekommen und müssen jeden Fall einzeln prüfen. Ich hoffe, die Angelegenheit ist bis zum Jahresende erledigt», sagte der Ire.

Entgegen früheren Aussagen ist McQuaid nun auch bereit, DNA- Material der betreffenden Fahrer zur Verfügung zu stellen. Allerdings auch wieder nur über den Umweg Spanien. «Wir haben von einigen Fahrern DNA-Material in verschiedenen europäischen Labors. Der ermittelnde spanische Richter müsste eine entsprechendes Ersuchen an das Schweizer Gericht stellen, das wiederum die UCI zur Herausgabe auffordern müsste. Dann wären wir bereit, Erbmaterial für einen möglichen Abgleich zur Verfügung zu stellen», sagte McQuaid.

Das könnte im Fall Ullrich relevant sein, weil die Guardia Civil einige sichergestellte Blutbeutel dem inzwischen vom Team T-Mobile entlassenen Toursieger von 1997 zurechnet. Ullrich weigert sich aber weiterhin, eine freiwillige DNA-Probe abzugeben.

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