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26.10.2006 - Paris (dpa) - Die feierliche Präsentation der 94. Tour de France war im Pariser Palais des Congrès von unüberhörbaren Misstönen begleitet. Weiter ungeklärt bleibt die Situation um den vermeintlichen Toursieger 2006, Floyd Landis.
Der des Testosteron-Dopings überführte Amerikaner war der Vorstellung der kommenden Frankreich-Rundfahrt, die am 7. Juli 2007 in London beginnt und am 29. Juli nach 3547 Kilometern traditionsgemäß auf den Pariser Champs Elysées endet, natürlich fern geblieben. Der Sportgerichts-Prozess gegen ihn in den USA dauert an. Im filmischen Rückblick auf die Tour`06 zoomte die Kamera auf Landis - dann zerplatzte sein Bild auf der Leinwand. Dafür gab es vereinzelt Applaus.
Unter den Zuschauern war der formal Zweitplatzierte Oscar Pereiro aus Spanien, der weiter auf ein Aufrücken auf Platz eins und der nachträglichen Überreichung des Gelben Trikots hofft. «Moralischer Sieger zu sein, hat für mich keine Bedeutung», sagte Pereiro. Der Tour-Dritte Andreas Klöden feiert Flitterwochen und verzichtete auf die Paris-Reise. Wegen Differenzen im gemeinsamen Vorgehen im Anti-Doping-Kampf, wozu es keine neuen Beschlüsse gab, war der Weltverbands-Präsident Pat McQuaid (Irland) nicht eingeladen worden. «Doping bleibt das Hauptproblem des Sports. Aber die Popularität der Tour hat eine zweite Chance verdient», sagte Patrice Clerc, der Chef des Tour-Veranstalters ASO.
Sportlich scheint die kommende Tour, die zum ersten Mal in Alleinverantwortung von dem neuen Direktor Christian Prudhomme geleitet werden wird, nicht so schwer wie vorangegangene: Nach dem Acht-Kilometer-Prolog durch die Londoner Innenstadt und der ersten Etappe nach Canterbury setzt die Frankreich-Rundfahrt ihre Tour am 9. Juli in Belgien fort. Die zweite Etappe führt über 167 Kilometer von Dünkirchen nach Gent. Im Uhrzeigersinn geht es anschließend über Chablis zuerst durch die Alpen und dann durch die Pyrenäen. Die traditionellen Anstiege nach L`Alpe d`Huez, auf den Tourmalet oder den Mont Ventoux werden ausgespart. Sechs Bergetappen stehen auf dem Programm. Abgesehen vom Prolog führen zwei Einzelzeitfahren auf der 13. und vorletzten Etappe über insgesamt 109 Kilometer.
«Ich bin mit der Strecke ganz zufrieden. Die Zeitfahren kommen mir entgegen - ich freue mich auf 2007 und will auf jeden Fall meinen 15. Platz verbessern», sagte Markus Fothen vom Team Gerolsteiner im Anschluss an die Präsentation. «Das wird vielleicht nicht die schwerste Tour. Ich bedaure, dass es wieder kein Mannschafts- Zeitfahren geben wird. Aber zum Glück gibt es keine langen Transfers», zog Rolf Aldag, der neue Teamchef von T-Mobile, eine erste kurze Bilanz. Zur Doping-Problematik sagte der Ex-Profi, der Jan Ullrich 1997 half, die Tour als erster deutscher Radprofi zu gewinnen: «Jeder hat die Zeichen der Zeit erkannt».
«Zwei Jahre nach dem Terroranschlag am 7. Juli 2005 wollen wir die Tour als Chance nutzen, die weltoffene Stadt London als perfekten Startplatz zu demonstrieren. Wir rechnen mit vielen Zuschauern», sagte Ken Livingstone, der Bürgermeister der britischen Metropole. Nach 1974 und 1994 gastiert die Frankreich-Rundfahrt zum dritten Mal in England.
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