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03.01.2001 - Berlin/New York (dpa) - Der kanadische Ex-Profi Alex Stieda hat amerikanische Radsport-Teams und damit auch den zweifachen Toursieger Lance Armstrong unter Doping-Verdacht gestellt. «Es wäre absurd, zu glauben, dass es in amerikanischen Teams kein Doping gibt», sagte der 39-Jährige.
«Ich sage nicht, dass es alle Fahrer nehmen und spreche nicht von einer Affäre um das US-Postal-Team. Aber wenn die Fahrer in Europa sind, haben sie keine andere Chance, als bestimmte Präparate zu nehmen, um nicht hinterher zu fahren».
Er nahm damit auch indirekt Stellung zu den laufenden Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft gegen Armstrongs US-Postal-Team.
Stieda, 1986 für einen Tag Träger des Gelben Trikots bei der Tour, behauptete von sich selbst, in seiner aktiven Zeit im US-Profi-Team Seven Eleven nicht gedopt zu haben: «Während meiner Karriere wurden mir Drogen angeboten. Ich bin stolz darauf, sie immer abgelehnt zu haben - das ist eine Frage des Charakters.»
Den Anschuldigungen auch an die Adresse Armstrongs widersprach allerdings Stiedas ehemaliger Team-Kollege Ron Kiefel, 1985 erster amerikanischer Etappensieger beim Giro d`Italia: «Jeder versucht, den Radsport zu diskreditieren, besonders die Amerikaner und Armstrong. Wir hatten bei Seven Eleven keinen zusätzlichen Druck, gute Resultate zu erzielen. Wir wurden niemals gezwungen, etwas zu nehmen.»
Ein französischer TV-Sender hatte der Staatsanwaltschaft in Paris angeblich belastendes Material zugespielt, das den Doping-Beweis des US-Postal-Teams während der Tour de France 2000 belegen sollte. Wegen wiederholter Doping-Unterstellungen will Armstrong seinen Wohnsitz in Nizza aufgeben und erwog sogar, bei der Tour 2001 nicht zu starten. Das widerrief jedoch inzwischen seine Teamleitung. Telekom-Teamchef Walter Godefroot vermutete hinter den Anschuldigungen gegen Armstrong eine Art TV-Rache, weil der Texaner Interviews verweigert hatte.
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