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07.02.2007 - Die ersten Wochen als ProTour-Team hat sich Unibet.com wohl anders vorgestellt. Die Mannschaft, in der auch der Deutsche Markus Eichler fährt, ist sportlich zwar schon zu Saisonbeginn außerordentlich erfolgreich. Die beiden Sprinter Baden Cooke und Jeremy Hunt haben dem belgischen Rennstall mit schwedischer Lizenz bereits die ersten Saisonsiege beschert.
Abseits der Rennstrecke aber wird Unibet.com das Leben schwer gemacht. Zuerst verweigerte die mächtige Tour-Veranstalterin ASO (Amaury Sport Organisation) dem Team das Startrecht zu Paris-Nizza, dem ersten ProTour-Rennen des Jahres. Stattdessen vergab man eine Wildcard an die französische Agritubel-Equipe. Vor einigen Tagen zogen die Vuelta-Organisatoren nach. Auch sie wollen lieber kleinere spanische Mannschaften am Start sehen als das neue Eliteteam.
Beim GP Marseillaise, dem ersten Rennen der europäischen Frühjahrssaison, wartete gestern der nächste Ärger auf Unibet.com. Der Veranstalter Roland Villalonga drohte den Unibet-Profis mit Startverbot. Villalonga berief sich auf ein französisches Gesetz, das privaten Wettunternehmen Werbung verbietet. Ein solches privates Unternehmen ist aber der Sponsor und Namensgeber des Rennstalls. Das vorgewarnte Team reagierte schnell und trat in neutralen Trikots an, auf denen als Zeichen des stummen Protestes ein Fragezeichen platziert war. Auch die Mannschaftsfahrzeuge wurden abgeklebt, zumindest so, dass nur noch die Wortsilbe „Uni“ zu lesen war.
"Nach Absprache mit dem französischen Radsportverband und dem Sportministerium haben wir das französische Recht angewendet", begründete Villalonga sein Vorgehen. Dem widersprach aber Christophe De Preter, der belgische Anwalt des Teams: "Das Schreiben des französischen Sportministeriums, auf das sich der Veranstalter beruft, fordert lediglich dazu auf, das Team über die Gesetzeslage zu informieren, aber nicht, ihm die Teilnahme am Rennen zu verbieten. Das Verbot steht im Widerspruch zum europäischen Recht."
Kritik äußerte auch Unibet-Teamchef Jacques Hanegraaf: "Wir akzeptieren die Auflage, fühlen uns aber benachteiligt, weil andere Mannschaften wie beispielsweise Lotto nicht davon betroffen sind" Ebenso wenig wie übrigens auch das französische Française des Jeux-Team, das für die – allerdings staatliche – französische Lotterie wirbt.
Bedrohlicher als diese Episode ist für die Zukunft des Teams aber die Weigerung der großen Veranstalter, das Team zu den bedeutenden (ProTour)-Rennen einzuladen. Diesem drohenden Boykott wird Unibet.com nicht mit dem Überstreifen von Fragezeichen-Trikots begegnen können.
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