Spanisches Gericht gibt Blutbeutel frei

Ist der Fall Ullrich bald geklärt?

24.02.2007  |  Madrid (dpa/sid/Ra) - Jan Ullrich ist nach einem spanischen Pressebericht mit dem Versuch gescheitert, die Überstellung einer ihm zugerechneten Blutprobe von Spanien nach Deutschland zu verhindern. Wie die Madrider Zeitung «El País» berichtete, lehnte Spaniens Nationaler Gerichtshof einen entsprechenden Einspruch der Anwälte Ullrichs ab. Der des Dopings verdächtigte Radprofi, über dessen bevorstehenden Rücktritt am 26. Februar gemutmaßt wird, hatte bereits zum Jahresende in Spanien Einspruch gegen ein Rechtshilfeverfahren der deutschen Justiz erhoben.

Dieser Einspruch der Ullrich-Anwälte ist wahrscheinlich der Grund, warum die dem Olympiasieger von Sydney zugerechneten Blutproben des mutmaßlichen Dopingarztes Eufemiano Fuentes bisher nicht zum DNA-Abgleich nach Deutschland gelangten. Der spanische Ermittlungsrichter Antonio Serrano hatte ursprünglich die Überstellung von Blutproben an die Staatsanwaltschaft in Bonn bewilligt.

Die Anwälte Ullrichs hätten dagegen Einspruch erhoben, weil dies nach ihrer Ansicht die Grundrechte ihres Mandanten verletzen würde, berichtete die Zeitung. Der Nationale Gerichtshof entschied jedoch, dass die Blutproben nach Deutschland geschickt werden dürfen. Er verwies bei seiner Entscheidung auf die europäischen Rechtshilfe-Abkommen.

Nach einer Meldung der „Süddeutschen Zeitung“ spricht nach den Worten des für den "Fall Ullrich" zuständigen Bonner Staatsanwalts Fred Apostel jetzt nichts mehr gegen einen baldigen Abgleich mit der Speichelprobe, die der ehemalige Tour-de-France-Sieger am 31. Januar in Konstanz abgab. Sie befindet sich beim Bundeskriminalamt Wiesbaden.

Die spanische Polizei hatte den Ring um den mutmaßlichen Dopingarzt Fuentes im Mai 2006 zerschlagen. Im Zuge der folgenden Ermittlungen tauchten Indizien gegen 51 Radprofis, darunter Ullrich, auf. Deshalb wurde dem gebürtigen Rostocker und acht weiteren Profis der Start zur Tour de France verweigert. Zwei Tage vor Tourende wurde Ullrichs Vertrag mit T-Mobile wegen Doping-Verdachts fristlos gekündigt. Für den kommenden Montag hat der Toursieger von 1997 zu einem Pressegespräch nach Hamburg («ohne Fragen») eingeladen, bei dem Ullrich Stellung zu seiner Zukunft nehmen will.

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