Profi-Radsport

Welten bekräftigt Bemühungen

Schweizer ermitteln weiter gegen Ullrich

04.04.2007 - Berlin (dpa/Ra) -Jan Ullrich weht auch aus der Schweiz der Wind weiter kräftig ins Gesicht. Bernhard Welten vom Schweizer Radsport-Verband bekräftigte seine Bemühungen um die Einleitung eines Sportgerichts-Prozesses gegen den unter schwerem Dopingverdacht stehenden Ullrich: «Natürlich machen wir trotz seines Rücktritts weiter. Ihm droht eine lebenslange Sperre für alle Tätigkeiten im Radsport unter UCI-Regie.»

In einer ersten Reaktion hatte Weltverbands-Präsident Pat McQuaid seine Position erneuert, die Landesverbände zu weiteren Ermittlungen anzuregen. Durch die Ergebnisse aus Bonn seien neue Tatsachen geschaffen. Hans-Michael Holczer sieht dagegen den Weltverband im Zugzwang: «Jetzt ist die UCI dran. Ich bin sicher, da kommt was», sagte Gerolsteiner Teammanager. Die Mannschaft aus der Vulkan-Eifel hatte wie weitere 14 ProTour-Formationen geschlossen der möglichen Verwertung von DNA-Proben ihrer Fahrer zugestimmt. Laut Holczer hätten nur 14 Fahrer aus fünf Teams nicht unterschrieben.

T-Mobile-Kommunikationsleiter Christian Frommert forderte, dass sich auch die anderen verdächtigten Fahrer einem DNA-Abgleich unterziehen müssten: «Der Fall Ullrich zeigt, dass DNA-Vergleiche richtig und notwendig sind».

Die Anzeige gegen Ullrich in Bonn wegen Betrugs zum Nachteil seines Arbeitgebers hatten nicht die Mobilfunker, sondern die Rechtsprofessorin Britta Bannenberg gestellt. T-Mobile hatte sich mit dem am 21. Juli fristlos entlassenen Ullrich außergerichtlich geeinigt. Für den Rest des Jahres 2006 standen ihm laut Vertrag theoretisch noch geschätzte 1,1 Millionen Euro zu. Aus Ullrich- Kreisen war mehrfach kolportiert worden, der Profi hätte die gesamte Summe erhalten.