Hauptsponsoren der Tour de France erwägen Rückzug

14.01.2001  |  Paris (dpa) - Ein halbes Jahr vor Beginn der 88. Tour de France (7. - 29. Juli) denken die Hauptsponsoren angesichts der anhaltenden Dopingdebatte über einen Rückzug oder eine Reduzierung ihres Engagements nach. «Wir sind mit der Tour vertraglich bis 2003 gebunden, doch wenn die Auflage des Sommers 2001 so abläuft wie die beiden vorangegangenen, kommt für uns ein Weitermachen nicht in Frage», erklärte der Pressechef der französischen Großbank Credit Lyonnais, Nicolas Chaine.

Die Bank ist seit 20 Jahren Partner der Tour-Organisation STF und sponsert unter anderem das Gelbe Trikot. Nach Informationen der Zeitung «Journal du Dimanche» denkt auch der Automobil-Hersteller Fiat über einen Rückzug nach. «Alles, was heute über das Doping und den Mangel an echten Lösungen seitens der STF gesagt wird, beginnt uns zu entmutigen. Wir geben uns noch ein Jahr und werden dann weiter sehen», zitiert das Blatt den Fiat- Kommunikationschef Jean Rol-Tanguy. Tour-Sponsor Coca-Cola wolle zwar weiter der Tour die Treue halten, aber sein Engagement von 30 Millionen auf sechs Millionen Franc (8,9 auf 1,8 Mio DM) reduzieren.

Alle drei zusammen stellten bisher 63 Prozent des Tour-Budgets dar. Es wird von der Amaury Sport Organisation (ASO) verwaltet, die jährlich auf einen Umsatz von 250 Millionen Franc (75 Millionen Mark) kommt. 80 Prozent davon entfallen auf die Tour. Ungeachtet der weiterhin anhaltenden Doping-Debatte hatte die traditionsreiche Radrundfahrt im vergangenen Jahr in Frankreich mit einer Spitzen- Einschaltquote von 60,5 Prozent (am 14. Juli 2000) einen neuen Rekordwert erreicht.

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