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19.12.2007 - Berlin (dpa) - Dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) werden schwere
Versäumnisse in der Dopingbekämpfung vorgeworfen. Das steht im 117-seitigen Abschlussbericht der Sonderprüfgruppe Doping des
Bundesinnenministeriums, der am Mittwoch Minister Wolfgang Schäuble
(CDU) übergeben wurde.
Gleichzeitig empfehlen die Prüfer des
Bundesinnenministeriums und des Bundesverwaltungsamtes, für diese
Verstöße und ähnliche Versäumnisse von Verbänden und Stützpunkten
keine Rückforderungen von Bundeszuwendungen zu verlangen.
In dem Bericht heißt es wörtlich: „Beim BDR wurden verschiedene
Auffälligkeiten bei der Beschaffung und Abrechnung von Medikamenten
und medizinischen Leistungen festgestellt. Dabei handelt es sich um
das verbotene Medikament Furosemid, das Potenzmittel Cialis und
insgesamt 18 Rechnungen über Expresszustellungen von dem damaligen
BDR-Verbandsarzt Dr. Georg Huber an verschiedenste Adressaten.“
Die
Kommission rügt zudem, dass der von Rudolf Scharping geführte Verband
noch keine „arbeitsrechtlichen Maßnahmen“ im Fall des seit Mai
suspendierten Bundestrainers Peter Weibel ergriffen habe. „Angesichts
der Aussagen eines geständigen Radsportlers, der von einer
Unterstützung des Dopings durch diesen Trainer noch im Jahr 2000
berichtet, sind weitere zeitnahe Ermittlungen des BDR unerlässlich“,
schreibt die Untersuchungsgruppe.
Die als „Task Force“ bezeichnete Projektgruppe unter der Leitung
von Ministerialrat a.D. Peter Wischnewski hatte bei 31
Sportverbänden, 20 Olympiastützpunkten und vier
Bundesleistungszentren überprüft, inwieweit die Anti-Doping-Auflagen
der Zuwendungsbescheide umgesetzt wurden. Insgesamt gesehen gebe es
„keine derart gravierenden Verstöße, dass die Zuwendungsempfänger
ihrer generellen Verpflichtung zur aktiven Dopingbekämpfung nicht in
ausreichendem Maße nachkommen“.
Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert,
forderte am Mittwochabend harte Konsequenzen. Der Deutschen Presse-
Agentur dpa sagte er: „Meine persönliche Meinung ist, dass jetzt der
Bund beim BDR gezahlte öffentliche Zuwendungen zurückfordern muss. Es
muss endlich ein Zeichen gesetzt werden. Wenn dies jetzt nicht
geschieht, dann wird so etwas niemals zum Zuge kommen.“
Der SPD-
Politiker will die sportpolitischen Sprecher aller Fraktionen und
überdies die Haushaltspolitiker von der „unsachgemäßen Verwendung von
Steuergeldern“ unterrichten. Danckert: „Die politischen Gremien
müssen jetzt beraten, welche Konsequenzen zu ziehen sind.“
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