Profi-Radsport

UCI-Chef kritisiert die Tour

McQuaid: Astana-Ausschluss ist monumentale Verrücktheit

17.02.2008 - Palo Alto (dpa/Ra) - Der Ausschluss des Astana-Teams von der Tour de France ist vom Präsidenten des Rad-Weltverbandes (UCI), Pat McQuaid, scharf kritisiert worden. Der Ire warf im Gespräch mit dem Internet-Anbieter «cyclingnews.com» dem Tour-Veranstalter ASO Engstirnigkeit vor und bezeichnete die Entscheidung als «monumentale Verrücktheit».

Das Astana-Team mit dem spanischen Tour-Sieger Alberto Contador, dem letztjährigen Dritten Levi Leipheimer und Andreas Klöden darf nach den Dopingfällen des Vorjahres trotz seiner personellen Erneuerung nicht bei ASO-Rennen starten. Dazu gehören auch die Fernfahrt Paris-Nizza sowie die Klassiker Paris-Roubaix, Fleche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich.

McQuaid betonte, die jetzigen Astana-Fahrer hätten mit der Mannschaft des Vorjahres nichts zu tun, auch das Management sei mit dem neuen Sportchef Johan Bruyneel neu besetzt worden. Zudem stellte der UCI-Chef die Anti-Doping-Anstrengungen des kasachischen Rennstalls heraus. «Warum sollte Astana aussortiert werden. Das ist komplett ungerecht», erklärte McQuaid. Die Entscheidung sei von Leuten getroffen worden, die keine Radsportler seien. Sie verstünden nicht, wie viel Mühe Sportler wie Contador in die Tour de France investierten. Aber auch der Spanier sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, zum Kundenkreis des Madrider Dopingarztes Eufemiano Fuentes gehört zu haben.

Leipheimer äußerte sich in Palo Alto vor dem Prolog der Kalifornien-Rundfahrt enttäuscht und richtete als Zeichen seines Protestes eine Internet-Seite mit dem Titel «www.letleviride.com» («Lasst Levi fahren») ein. Dort können Besucher eine Petition gegen die ASO-Entscheidung unterstützen. Leipheimer und Bruyneel sprachen wie UCI-Präsident McQuaid von einer Ungerechtigkeit.

Er und sein Weltverband sind besonders getroffen. Setzt die ASO die Nichtberücksichtigung von Astana wirklich durch, ist die ProTour der UCI auch faktisch gekippt.

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