Nach Astana-Ausbootung

Verklagt die UCI die Tour?

20.02.2008  |  Berlin (dpa/sid/Ra) - Der Radsport-Weltverband UCI erwägt rechtliche Schritte gegen den Ausschluss des Astana-Teams von der diesjährigen Tour de France. «Das ist eine willkürliche, absurde Entscheidung von Leuten, die keine Ahnung vom Radsport haben"», erneuerte Pat McQuaid, Präsident des internationalen Radsportverbands UCI, seine Kritik am Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO).

Astana mit dem spanischen Tour-Sieger Alberto Contador, dem letztjährigen Zweiten Levi Leipheimer und Andreas Klöden darf nach den Dopingfällen des Vorjahres in dieser Saison trotz personellen Erneuerungen und einem Antidopingprogramm nicht bei ASO-Rennen, also auch bei der Tour de France, starten.

«Es wäre eine Tragödie für den Radsport, wenn Contador den Toursieg nicht verteidigen könnte. Wir werden alles unternehmen, damit er starten kann», sagte McQuaid, der die Entscheidung der Tour- Organisatoren zuvor bereits als «monumentale Verrücktheit» bezeichnete hatte. Die Entscheidung richte sich komplett gegen den Sport. Derzeit würden die Juristen des Weltverbandes prüfen, welche rechtlichen Schritte möglich seien.

"Es heißt, Astana habe die Tour im vergangenen Jahr beschmutzt. Das haben andere Teams auch. Warum wurde nur Astana aussortiert? Das ist ungerecht", sagte McQuaid weiter und vermutet hinter der Aktion einen Affront gegen die UCI, die in ihrer ProTour allen erstklassigen Teams eine Startgarantie zusichert.

Die UCI, die mit dem Tour-Veranstalter ASO im Dauerclinch liegt, verweist auf die Erneuerungen bei Astana. Bei der Tour 2007 war Astana-Kapitän Alexander Winokurow des Fremdblut-Dopings überführt und das Team ausgeschlossen worden. Winokurows Teamkollege Andrej Kasheschkin war im August wegen des gleichen Vergehens belangt worden. Der Nürnberger Matthias Kessler war bereits im Frühjahr positiv auf Testosteron getestet worden. Alle drei Fahrer sind nicht mehr für Astana aktiv.

Unterdessen haben die Astana-Sponsoren angekündigt, den Rennstall auch weiterhin zu unterstützen.

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