Profi-Radsport

99. Mailand - San Remo: Rebellin Vierter

Cancellara einfach nicht zu stoppen

22.03.2008 - (rsn/sid) - Der Siegeszug von Fabian Cancellara (CSC) geht weiter. Nach seinem Triumph bei Tirreno-Adriatico gewann der 27-jährige Schweizer auch den Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo in überlegener Manier. Cancellara löste sich zwei Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe. Dem Antritt des Zeitfahrweltmeisters hatte keiner der Konkurrenten etwas entgegenzusetzen, so dass Cancellara nach einer Fahrtzeit von 7:15:08 Stunden mit drei Sekunden Vorsprung ins Ziel kam. Den Sprint der Verfolger entschied der Italiener Filippo Pozzato (Liquigas) für sich.

Hinter dem drittplatzierten Belgier Philippe Gilbert (Fdjeux) wurde Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin Vierter. Der Paris-Nizza-Gewinner hatte zuvor sowohl an der Cipressa als auch am letzten Anstieg, dem Poggio, attackiert - beide Male jedoch erfolglos. Der spanische Topfavorit und Vorjahressieger Oscar Freire (Rabobank) rollte als Achter über die Ziellinie. Rebellins Attacke am Poggio rund acht Kilometer vor dem Ziel sorgte für die Vorentscheidung, denn auf Initiative des 36-jährigen Italieners setzte sich eine rund 15 Fahrer starke Gruppe vom Feld ab. Mit dabei waren neben Rebellin, Cancellara und Pozzato auch die Italiener Enrico Gasparotto (Barloworld), Alessandro Ballan (Lampre), Alessandro Bertolini (Serramenti PVC) und Rinaldo Nocentini (Ag2r) sowie Gilbert und Freire (Rabobank). Den Sprung in die Gruppe verpassten unter anderem die beiden Milram-Kapitäne Alessandro Petacchi und Erik Zabel. Vergeblich bemühte sich Zabel danach, für Petacchi die Lücke zu schließen, um so doch noch eine Sprintankunft zu ermöglichen. Mit 14 Sekunden Rückstand auf Cancellara führte der 37-jährige Berliner eine kleine Gruppe ins Ziel und belegte Platz 17. Damit war Zabel bester deutscher Fahrer.

Die Fahrt in den Frühling war am Samstagmorgen bei klarem Himmel und milden Temperaturen auf der Piaza Duomo am Mailänder Castello Sforzesco gestartet worden. Das 199 Fahrer starke Peloton legte von Beginn an hohes Tempo vor. Die erste Rennstunde wurde mit einem Schnitt von 50 Stundenkilometer zurückgelegt. Dabei jagte das Feld zunächst geschlossen durch die Lombardei dem Mittelmeer entgegen, erst nach Kilometer 56 setzte sich ein Ausreißer-Quartett ab.

Die folgenden Rennstunden der diesmal 298 Kilometer langen „Primavera“ wurden dann von den beiden Italienern Filippo Savini (CSF Group Navigare) und Nicola D'Andrea (Miche-Silver Cross) sowie dem Lette Raivis Belohvosciks (Saunier Duval-Scott) und dem US-Amerikaner William Frischkorn (Slipstream Chipotle - H30) geprägt. Die Vier konnten einen maximalen Vorsprung von 16 Minuten herausfahren. Nach knapp 130 Rennkilometern forcierte Freires Rabobank-Team mit den beiden Deutschen Grischa Niermann und Paul Martens das Tempo. Aber erst 25km vor dem Ziel, kurz vor der Cipressa, wurden die Ausreißer nach rund 230km langer Flucht wieder eingefangen.

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