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24.03.2008 - Freiburg (dpa/rsn) - Nach Ostern will sich BDR-Chef Rudolf Scharping mit der Untersuchungskommission der Uniklinik Freiburg treffen, um «Informationen auszutauschen und abzugleichen». Thema ist der Zwischenbericht, nach dem bei T-Mobile und dessen Vorgänger- Team Telekom zwischen 1993 und 2006 unter ärztlicher Kontrolle systematisch gedopt worden sein soll.
Auch Klödens Name dürfte fallen, da der Kommissionsvorsitzende Hans Joachim Schäfer von einer nächtlichen, gekühlten Medikamentenlieferung an dessen Freundin im Jahr 2000 berichtet hatte. Auf diese Art verschickten die Freiburger ihre Doping-Präparate. Gegenüber seinem Team räumte Klöden die Lieferung ein, bestritt aber ein Doping-Vergehen. «Er hat unserem Teamchef Johan Bruyneel gesagt, dass da nur Vitamine drin waren», sagte Astana-Sprecher Philippe Maertens der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Kronzeuge Jörg Jaksche, der wie Patrik Sinkewitz der Kommission Rede und Antwort gestanden hatte, wies auf ein doppeltes Dilemma hin, das typisch für die mühsame Aufklärungsarbeit sei: «Klöden kann nie beweisen, dass keine Doping-Mittel drin waren, aber es kann auch keiner beweisen, dass welche drin waren.» Klöden, der bei der spanischen Rundfahrt Castilla y Leon zum Zeitfahren antrat, habe keine Strafe zu erwarten, sagte Maertens: «Uns sind im Moment die Hände gebunden, bis klare Fakten auf dem Tisch liegen. Am Dienstag wird es ein persönliches Gespräch zwischen Klöden und Bruyneel geben.»
Doch nicht nur die merkwürdige Lieferung wirft Zweifel an Klödens sauberer Vergangenheit auf. Auch das Verwirr-Spiel um den möglichen «Rhein-Konvoi» des T-Mobile-Teams während der Tour 2006 könnte zwischen BDR und Kommission zur Sprache kommen. Laut Kommission sollen sich außer dem geständigen Sinkewitz, der die Verwicklung anderer Fahrer zurückweist, mindestens zwei weitere Profis Eigenblut-Transfusionen unterzogen haben. Sinkewitz forderte die Mitglieder auf, Namen zu nennen: «Dann sollen sie auch sagen, wer und wie das war.» Der Hesse betonte: «Was meine Sache betrifft, ist alles durch.»
Nach dem «vertraulichen Gespräch» mit Schäfer kritisierte Jaksche die Publikmachung, laut der 1993 «das ärztlich kontrollierte EPO- Doping im Team Telekom Einzug gehalten» habe. In Deutschland werde der Doping-Skandal «brutal moralisiert: Hauptsache es wird aufgeklärt». Doping sei beileibe kein deutsches Problem. Jaksche als Profi in italienischen, spanischen und dänischen Mannschaften dürfte sich auskennen. «Es geht jetzt weniger um Strafen als um Lösungen für die Zukunft. Es darf nicht soweit kommen, dass es wieder ein Doping- Monster gibt», mahnte der noch bis Ende Juni gesperrte Ansbacher.
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