Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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25.04.2008 - München (dpa/sid) - Jörg Jaksche hat die Suche nach einem neuen Team aufgegeben und seine Laufbahn für beendet erklärt. «Ich habe gemerkt, dass alle nicht wollen», sagte der 31-jährige Franke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Jaksche bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung.
«Meine Karriere ist nun vorbei. Denn wenn ich in Deutschland nun wirklich nicht unterkomme, dann nirgendwo», so der Doping-Kronzeuge gegenüber der SZ. Auslöser ist die Absage des Milram-Teams, bei dem er sich nach ersten Gesprächen im Januar Hoffnungen auf ein Engagement nach Ablauf seiner Dopingsperre am 30. Juni 2008 gemacht hatte. Alle anderen Mannschaften hatten ihm bereits zuvor abgesagt
Der Ansbacher hatte im Juni 2006 ein umfassendes Doping-Geständnis abgelegt und im Rahmen seiner Enthüllungen auch seine Verbindungen zum spanischen Dopingarzt Eufemianio Fuentes bestätigt. Deshalb griff für ihn die Kronzeugenregelung mit nur einem Jahr Sperre. Der einstige Telekom-Profi möchte nach zehn Jahren im Peloton demnächst sein BWL-Studium wieder aufnehmen.
Zunächst möchte Jaksche aber etwas Abstand gewinnen. «Ich nehme mir jetzt erstmal eine Auszeit und verreise mit meiner Freundin», sagte der ehemalige CSC-Profi, der angab, seit November jeden Tag stundenlang trainiert zu haben, weil er zurückkommen wollte. Diese Investition habe sich nun nicht rentiert. Jaksche will nicht länger ein Bittsteller sein. "Ich weiß noch nicht, ob ich jetzt erleichtert oder enttäuscht sein soll. Momentan überwiegt eher der Gedanke, dass es die richtige Entscheidung war", erklärte er. «Ich habe in den letzten Monaten so viel Energie und Herzblut aufgewendet, um ein Team zu finden. Ich bin es satt, vom Goodwill anderer abzuhängen, die sagen, Du kannst bei uns fahren, und am nächsten Tag sagen, Du fährst nicht bei uns.»
Immer wieder hatte Jaksche Eigenwerbung betrieben, dass man mit ihm einen komplett sauberen Sportler verpflichte. Sogar ein eigenes Team mit anderen geläuterten Doping-Sündern brachte er ins Gespräch. Am Ende blieben alle Versuche erfolglos. "Ich wollte eine faire Chance, aber die habe ich nicht bekommen. Man läuft einfach ständig gegen Wände, die immer höher werden", sagte Jaksche resigniert. "Die Situation ist aussichtslos und deshalb ist die Entscheidung gefallen."
Die Schuld an seinem misslungenen Comeback gibt Jaksche allerdings nicht den Teams, sondern "gewissen Institutionen und Organisationen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass ich nicht gewollt werde." Probleme im Fahrerfeld hätte der Paris-Nizza-Sieger von 2004 ohnehin nicht erwartet. "Ich hätte kein schlechtes Gefühl den Fahrern gegenüber. Der Kontakt zu den Profis, die ich jetzt treffe, ist ganz normal", sagte Jaksche, der sich vor kurzem noch überzeugt zeigte, dass sich im Radsport tatsächlich etwas geändert habe.
Martin Mischel, Vorstand des Hauptsponsors Nordmilch, hatte auf SZ-Anfrage erklärt, Jaksche sei für die laufende Saison kein Thema. Zudem müsse er «Unbedenklichkeitserklärungen aller relevanten Organisationen und Veranstalter» vorlegen können. Dies hatte Jaksche vergeblich versucht, allein der Weltverband UCI kam seiner Bitte nach. Dagegen ignorierten unter anderem die Veranstalter der Tour de France seine entsprechenden Anfragen. «Wenn das nun bei Milram nichts gibt, dann war`s das, das ist Fakt, dann ist es zu Ende», kommentierte Jaksche die Nachricht, «dann haben die anderen jetzt gewonnen».
Nach dem Karriereende Jaksches ist auch die Zukunft von Patrik Sinkewitz fraglich. Der 27-Jährige aus dem osthessischen Pilgerzell bei Fulda, dem in einer Probe aus dem Juni 2007 Testosteron-Doping nachgewiesen worden war, fiel nach seiner Aussage wie Jaksche unter die Kronzeugenregelung und ist noch bis zum 17. Juli gesperrt. Der frühere Sieger der Deutschland-Tour hat ebenfalls noch keinen neuen Rennstall gefunden.
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