Profi-Radsport

94. Lüttich-Bastogne-Lüttich

Valverde schlägt Rebellin auf der Zielgeraden

27.04.2008 - (rsn/dpa/sid) - Bei der 94. Auflage des belgischen Frühjahrsklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich musste sich der italienische Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin im Sprint einer Dreiergruppe nur dem Spanier Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne), der in Ans seinen zweiten Triumph nach 2006 feierte, geschlagen geben. Für den seit Freitag 28 Jahre alten Valverde, der seinen Saisonschwerpunkt diesmal auf die Tour de France legt, war es der erste Sieg bei einem Klassiker in diesem Jahr.

Rebellin dagegen verpasste nach 261 Kilometern nur knapp seinen zweiten Sieg nach 2004 bei der "Mutter aller Klassiker", rundete aber eine starke Mannschaftsleistung des Teams aus der Vulkaneifel ab. Dritter des dritten und letzten Ardennenrennens wurde der Luxemburger Fränk Schleck vor seinem Bruder Andy (beide CSC).

Eine ausgezeichnete Leistung zeigte erneut Christian Pfannberger (Barloworld). Der Österreicher entschied den Sprint der Verfolgergruppe für sich und wurde Fünfter vor dem Niederländer Thomas Dekker (Rabobank) und dem Australier Cadel Evans (Silence-Lotto). Hinter dem spanischen Valverde-Teamkollegen Joaquim Rodriguez fuhr Weltmeister Paolo Bettini (Quick Step) auf Platz neun. Sein Landsmann Vincenzo Nibali (Liquigas), der am Samstag den Giro del Trentino gewonnen hatte, belegte Platz zehn. Bester Deutscher war Fabian Wegmann mit rund einer Minuten Rückstand auf Platz 22.

"Das Ergebnis ist ausgezeichnet. Wir sind absolut clever gefahren. Mehr konnte man nicht erwarten", kommentierte Gerolsteiner-Teamchef Hanz Michael Holczer den Ausgang des Rennens. So ging für seine Mannschaft die Ardennen-Woche mit dem Amstel Gold Race, dem Flèche Wallonne und nun Lüttich mit dem angestrebten Spitzenplatz zu Ende, nachdem man bei den ersten beiden Rennen ohne Podiumsplatzierung geblieben war. Der 36-Jährige Rebellin schaffte schon zum vierten Mal in seiner Karriere bei dem schweren Klassiker mit den zwölf giftigen Anstiegen eine Podiumsplatzierung. Der Luxemburger Kim Kirchen (High Road), der am Mittwoch noch den Flèche Wallonne gewonnen hatte, verpasste hingegen eine Spitzenplatzierung und musste sich mit Platz zwölf zufrieden geben.

Den zweiten Platz hatte sich die Gerolsteiner-Mannschaft redlich verdient, schließlich bestimmte sie über weite Strecken das Renngeschehen. Markus Fothen war in einer Ausreißergruppe rund vier Stunden an der Spitze gefahren, der WM-Dritte Stefan Schumacher ließ 30 km vor dem Ziel gemeinsam mit Andy Schleck eine Attacke folgen und beim Finish war es Rebellin, der die Gerolsteiner-Fahne hochhielt.

Keine Rolle spielte das Team Milram. Die Bremer Mannschaft war ohnehin ohne große Ambitionen ins Rennen gegangen. Erik Zabel, der wohl kaum eine Chance gehabt hätte, hatte seinen Start nach einem Sturz beim Flèche wegen eines Blutergusses im Knie absagen und wird wohl auch am Donnerstag bei "Rund um den Henninger Turm" fehlen. "Es sieht schlecht aus. Wir haben nur wenig Hoffnung auf einen Start von Erik", sagte Milram-Sportdirektor Jochen Hahn. Der italienische Vorjahressieger Danilo di Luca war gar nicht erst am Start, da sein LPR-Team keine Einladung erhalten hatte.

Auch nach der 94. Austragung der „Doyenne“ bleibt es dabei, dass erst ein deutscher Fahrer den ältesten aller Klassiker gewinnen konnte: Dietrich «Didi» Thurau entschied 1979 das 1892 zum ersten Mal ausgetragene Ardennenrennen für sich.

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