Profi-Radsport

Sinkewitz sucht ein neues Team

31.05.2008 - (sid) - Sechs Wochen vor Ablauf seiner Dopingsperre am 17. Juli hofft Patrik Sinkewitz noch immer auf eine schnelle Rückkehr in den Profi-Radsport, obwohl bislang kein Rennstall positiv auf seine Bewerbungen reagiert hat: "Jeder lobt mich für meine Haltung, aber "leider" habe man derzeit keinen Platz frei", beschrieb der 27-Jährige beim Dopingkongress in Bonn seine Situation.

"Wenn es bei dieser Ablehnung von reuigen Sündern bleibt, dann wackelt das Kronzeugen-Konzept, von dem sich alle soviel versprochen haben", sagte sein Anwalt Michael Lehner. Er würde sich wünschen, dass die deutschen Teams Gerolsteiner oder Milram den Image-Gewinn sähen, die ihnen eine Verpflichtung von Sinkewitz in seinen Augen bieten würde. "Das wäre ein Meilenstein in der Dopingbekämpfung. Wenn aber Kronzeugen keine zweite Chance bekommen, dann können wir einpacken und uns von dem Gedanken verabschieden, das System aufzubrechen."

"...vorne, wenn niemand gedopt ist"

Sinkewitz befindet sich voll im Training: "Ich traue mir zu, sofort wieder vorn mitfahren zu können, wenn niemand gedopt ist." Der damalige T-Mobile-Profi war im Vorfeld der Tour de France des Testosteron-Dopings überführt worden und unter Berücksichtigung der Kronzeugenregel für ein Jahr gesperrt worden. Er sei froh, sich zu diesem Befreiungsschlag entschlossen zu haben, meinte der Fuldaer: "Kein Sportler betreibt Doping als Hobby, er wird durch Erfolgsdruck und Angst vor Versagen dazu getrieben."