Profi-Radsport

Milram-Kapitän gewinnt Bayern-Rundfahrt

Christian Knees in Tour-Form

01.06.2008 - Bad Neustadt/Saale (dpa/rsn/sid) - Christian Knees aus Euskirchen ist für die Tour de France gerüstet. Fünf Wochen vor dem Start des schwersten Radrennens der Welt präsentierte sich der 27-jährige Profi aus dem Milram-Team mit dem Gesamtsieg bei der Bayern-Rundfahrt in Top-Form.

Nach der 161,2 Kilometer langen Schlussetappe von Bad Neustadt an der Saale nach Erlangen kam er als Zwölfter mit dem Feld ins Ziel und verteidigte sein am Vortag errungenes Gelbes Trikot. "Wir freuen uns sehr über diesen Sieg. Damit haben wir bewiesen, dass Milram auch ohne Sprinter gewinnen kann", freute sich Milrams Sportlicher Leiter Jochen Hahn. Gesamtzweiter der über 770 km führenden 29. internationalen Bayern-Tour wurde der Schweizer Andreas Dietziker (Team Volksbank) vor Knees` Teamkollege Niki Terpstra aus den Niederlanden.

Sieger der von zahlreichen Ausreißversuchen geprägten Etappe wurde Gerolsteiner-Fahrer Heinrich Haussler aus Cottbus, der nach 3:33,54 Stunden den Sprint vor dem Franzosen Giovanni Bernaudeau und dem Ukrainer Mikail Chalilow gewann. Nach 55 km hatte sich eine fünfköpfige Gruppe mit Bert Grabsch (Wittenberg), der im Vorjahr Gesamtzweiter war, vom Hauptfeld absetzen können. Die Ausreißer fuhren einen Vorsprung von maximal 2:30 Minuten heraus, ehe sie 50 km vor dem Ziel wieder eingeholt wurden.

Die Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg war beim Einzelzeitfahren in Bad Neustadt gefallen. Beim Erfolg von Stefan Schumacher hatte der zweifache Tagessieger Gerald Ciolek (Pulheim) vom Team High Road das Gelbe Trikot an Knees verloren. Der Fünfte des diesjährigen Henninger-Turm-Rennens und Dritter der letztjährigen deutschen Meisterschaft belegte im Zeitfahren Rang vier. Für Ciolek reichte es auf der vierten Etappe nur zu Rang 19, er fiel auf den fünften Gesamtrang zurück.

Vorjahressieger Schumacher hatte bereits vor seinem im Zeitfahren alle Chancen auf einen neuerlichen Gesamterfolg verspielt. «Ich war die vergangenen Tage wegen meiner Pollenallergie sehr frustriert. Heute konnte ich endlich wieder atmen und es war schön, mal wieder ein Rennen zu gewinnen», sagte der Gerolsteiner-Profi, der bei den Olympischen Spielen in Peking auf einen Doppelstart im Zeitfahren und beim Straßenrennen hofft.