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"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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08.07.2008 - Nantes (dpa/rsn) - Die Marschroute des Toursiegers von 1996 ist klar. «Fabian Cancellara soll ins Trikot fahren», gab Jens Voigt die Anweisung seines Chefs Bjarne Riis weiter, der dem Schweizer für das 29,5 Kilometer lange Zeitfahren in Cholet den Weg weist.
Für das «Unternehmen Gelb» des CSC-Saxo-Teamchefs Riis müssen andere Interessen zurückstehen. «Ich würde versuchen, unter die ersten Zehn zu fahren. Aber wenn Bjarne sagte, ich soll meine Kräfte im Hinblick auf die mögliche Verteidigung des Trikots lieber sparen, gelten natürlich andere Voraussetzungen», sagte Voigt vor dem Kampf gegen die Uhr, der auf leicht profiliertem Terrain ausgetragen wird. So früh gab es bei der Tour selten ein Zeitfahren, bei dem die Favoriten traditionell die ersten Claims abstecken.
Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister Cancellara, der seine Form testete und beinahe die 2. Etappe in St. Brieuc im Alleingang nach dem Muster seines Erfolges bei Mailand-San Remo gewonnen hätte, fuhr schon zweimal in Gelb: 2004 und im Vorjahr. Auch die taktischen Überlegungen der Konkurrenz könnten dem Riis-Plan entgegen kommen. Tour-Favorit Cadel Evans, in Rundfahrten ein ähnlich guter Zeitfahrer wie Cancellara, dürfte noch nicht mit letztem Biss an die Aufgabe heran gehen, weil ihm das Gelbe Trikot jetzt noch nicht in seine Kalkulation passen könnte.
«Gelb so spät wie möglich», ist die Devise des Australiers, der vor vier Jahren im damaligen T-Mobile-Team noch als zu großes Risiko eingestuft und von Teamchef Walter Godefroot wegen seiner «unsicheren Fahrweise» nicht mit zur Tour genommen wurde. Genauso dürfte auch Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) nicht allzu traurig sein, wenn er sich nicht nochmals das «Maillot Jaune» überstreifen könnte, obwohl sein Sieg bei der Tour-Vorbereitung Dauphiné Libéré bewiesen hat, dass er sich im Zeitfahren enorm verbessert hat.
Aus deutscher Sicht Stefan Schumacher und Sebastian Lang (Gerolsteiner) am meisten zuzutrauen. Der WM-Fünfte im Zeitfahren, der bei den Deutschen Meisterschaften in Luckau allerdings enttäuschte, hat sich ebenso wie der Nürtinger, der hinter Bert Grabsch Zweiter wurde, viel vorgenommen. «Auf den beiden Zeitfahren am Dienstag und am vorletzten Tour-Tag liegt mein besonderes Augenmerk», sagte Lang, der seinen enttäuschenden vierten Rang bei den nationalen Titelkämpfen übertriebenem Trainingseifer zuschrieb.
Vielleicht hat sein Team-Kollege Markus Fothen, 2003 immerhin U23-Weltmeister im Zeitfahren, heute mehr Glück. Nach dem er zum Auftakt wegen eines Plattens 18 Sekunden verlor, kassierte er auf dem dritten Tagesabschnitt mehr als 30 Sekunden, als er nach einem Sturz im Feld ebenso wie der Russe Denis Mentschow (Rabobank) und viele andere Fahrer den Anschluss zur vorderen Gruppe nicht mehr fand.
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