Profi-Radsport

Figaro: "Traum in Gelb"

Doppeltes Erfolgserlebnis für die Franzosen

08.07.2008 - Cholet (dpa/rsn) - Die Franzosen hatten nach der 3. Etappe der Tour de France gleich doppelten Grund zur Freude. Der Etappensieg Samuel Dumoulins (Cofidis) und die Eroberung des Gelben Trikots durch den jungen Romain Feillu (Agritubel) bescherte den Gastgebern die bei der Tour so selten gewordenen Erfolgserlebnisse.

Sogar der konservative «Figaro» hatte auf der Titelseite Platz und schwärmte vom «blau-weiß-roten Feuerwerk». Aber trotz aller Euphorie - die «L`Équipe» schrieb vom «Traum in Gelb» und bescheinigte Dumoulin, «durch den Haupteingang in die Tour- Historie» eingetreten zu sein - ist ein Nachfolger für Bernhard Hinault aber nach wie vor nicht in Sicht. Der Bretone gewann 1985 als letzter Franzose die Tour. Feillu ist seit 1919 der 83. Franzose im «Maillot Jaune».

Die Gastgeber hatten ihr Hinterherfahren im internationalen Vergleich lange mit dem «Radsport der zwei Geschwindigkeiten» erklärt. Gemeint war damit eine Ungleichheit in der Wahl der (medizinischen) Mittel. Im Zuge strengerer und einheitlicher werdender Dopingkontrollen zieht dieses Argument aber nicht mehr recht. So wertete der 24-jährige Feillu, vor zwei Jahren in Salzburg bei der U23-WM Zweiter hinter Gerald Ciolek, seinen Erfolg von Nantes auch als positives Zeichen für «die Jungen, die hoffentlich begreifen, wie gesunder Radsport funktioniert».

Feillu, der im Dezember 2007 an einer Blutvergiftung litt, und Dumoulin haben ihre Chance beim Schopf gepackt und nicht lange gefackelt. Wenige hundert Meter nach dem Start machten sie sich zusammen mit dem Italiener Paolo Longo Borghini (Barloworld) und dem US-Amerikaner William Frischkorn (Garmin Chipotle) auf ihre 208 Kilometer lange Reise nach Nantes. Sie erreichten das Ziel - der nur 1,59 Meter große Dumoulin und Feillu kooperierten perfekt, obwohl sie aus verschiedenen Teams kommen – mit deutlichen 2:03 Minuten Vorsprung auf die ersten Verfolger.