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"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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08.07.2008 - (sid/rsn) - Die Profis vom Team Gerolsteiner waren angefressen. Das schlechte Wetter in der Bretagne hatte ihnen den ganzen Tag zugesetzt, ein Sturz im Feld wenige Kilometer vor dem Ziel dafür gesorgt, dass Kapitän Markus Fothen den Anschluss an die Gruppe um Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) verlor. Und zu allem Überfluss sorgte auch noch eine Panne mit dem Mannschaftsbus für eine verspätete Rückkehr ins Hotel. Unter dem Strich hätten die neun Fahrer aus der Equipe von Teamchef Hans-Michael Holczer auf die dritte Tour-Etappe gut verzichten können.
Fabian Wegmann, der bereits zum zweiten Mal bei dieser Tour unsanft auf dem Asphalt gelandet war, fand am Abend seinen eigenen Weg zur Frustbewältigung. "Ich habe mir ein Glas Wein gegönnt und so den Ärger heruntergespült", berichtete der Freiburger. Andere Mannschaftskollegen verzogen sich frühzeitig aufs Zimmer. Bei Markus Fothen, der auch schon zweimal im Etappenfinale ausgebremst worden war, machte sich immerhin die Hoffnung breit, "dass es eigentlich nur besser werden kann".
Vorgenommen hatten sich die Gerolsteiner für die ersten Tour-Tage deutlich mehr. Denn wegen des Ausstiegs des Sponsors zum Saisonende und der bislang vergeblichen Suche nach einem neuen Geldgeber steht das Team unter ganz besonderem Druck. Einerseits ist ein gutes Abschneiden bei der Frankreich-Rundfahrt die vielleicht letzte Chance für den Rennstall, sich auf dem Markt für einen neuen Investor zu empfehlen. Andererseits will sich jeder einzelne Fahrer mit möglichst guten Leistungen schon einmal bei anderen Teams anbieten.
"Natürlich ist das so", sagt Fothen ohne Umschweife. Dabei vergisst der 26-Jährige aus Kaarst nicht zu betonen, dass ihm eine Zukunft in Holczers Rennstall "selbstverständlich am liebsten" wäre. Doch so recht glauben mag er daran nicht mehr: "Nach allem, was ich zuletzt mitbekommen habe, ist die Sache sehr schwierig", meint der Fünfzehnte der Tour 2006.
Auch andere im Team haben längst die Fühler nach möglichen Alternativen ausgestreckt. "Ich habe mich schon umgeschaut, welche Teams eventuell zu mir passen könnten", sagt Wegmann: "Milram gehört zum Beispiel dazu." Das zweite deutsche ProTour-Team könnte im kommenden Jahr als einzige die deutsche Fahne im Kreis der Elite-Mannschaften hochhalten und hat seinerseits den Markt schon sondiert: "Deutsche Fahrer sind für uns immer interessant", bekennt Marketing-Chef Martin Mischel vom Sponsor Nordmilch.
Holczer, der seinen Fahrern bereits Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitgebern angeboten hat, will die kommenden Wochen noch abwarten: "Die Gespräche mit Interessenten haben mich davon überzeugt, noch zwei Monate weiter zu schauen, bevor wir das Team endgültig schließen." Doch die Dopingskandale der letzten Jahre haben vor allem in Deutschland zu einem "Standortproblem für den Radsport" (Holczer) geführt. Deshalb werden sich seine Fahrer womöglich auch im Ausland umsehen müssen. Noch aber setzt der Teamchef auf das Prinzip Hoffnung: "Ich würde es sehr ungern sehen, wenn sich andere dieses Filetstück untereinander aufteilen."
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