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08.07.2008 - Cholet (dpa/rsn/sid) - Den deutschen Radsport-Fans dürfen sich auf Tour-Tage in Gelb freuen. Stefan Schumacher (Gerolsteiner) hat mit seinem Parforce-Ritt im ersten Zeitfahren die Weltelite hinter sich gelassen und das Trikot des Spitzenreiters erobert.
Der WM-Dritte aus Nürtingen fuhr auf der 4. Etappe über wellige 29,5 Kilometer rund um Cholet in 35:44 Minuten deutliche Bestzeit und verwies den Luxemburger Kim Kirchen (Columbia/+0:18) auf den zweiten Rang. Dritter wurde zeitgleich der Schotte David Millar (Garmin/Chipotle). Der australische Tour-Favorit Cadel Evans (Silence-Lotto/+0:27) fuhr auf den vierten Platz. Erst auf Rang fünf folgte der Topfavorit, der Schweizer Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara (CSC), der 33 Sekunden langsamer als Schumacher war.
Eine überzeugende Leistung zeigte Jens Voigt (CSC). Der 36-jährige Berliner wurde mit 35 Sekunden Rückstand auf seinen Landsmann Siebter, einen Platz hinter dem Russen Denis Mentschow (Rabobank/+0:34). Auf den Plätzen acht und neun platzierten sich mit Christian Vande Velde (Team Garmin Chipotle/+0:37) und George Hincapie (Columbia/+0:41) zwei US-Amerikaner. Als Zehnter überraschte der junge Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas/+0:47).
„Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich das Gelbe Trikot habe“, so Schumacher nach dem Rennen. „Ich habe vor der Tour gesagt, dass ich eine Etappe gewinnen wollte. Das habe ich geschafft. Alles, was jetzt kommt, ist ein Bonus.“
Eine bittere Niederlage musste Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) einstecken, Evans’ mutmaßlich schärfster Rivale im Kampf um den Toursieg. Der 28-jährige Spanier verlor mehr als eine Minute auf den letztjährigen Tourzweiten. Erneut Pech hatte Schumachers Teamkollege Markus Fothen. Der 26-jährige Kaarster verlor nach einem Defekt rund 20 Sekunden und hatte im Ziel mehr als drei Minuten Rückstand.
Schumacher ist bei der Tour der 13. Deutsche in Gelb. Beim Giro d'Italia hatte er im Jahr 2006 bereits einmal zwei Tage lang das Rosa Trikot des Spitzenreiters überziehen können. Mit seinem Triumph bescherte der 26 Jährige seinem Team nach drei Jahren den zweiten großen Tour-Erfolg, nachdem der Österreicher Georg Totschnig 2005 den bisher einzigen Etappensieg geholt hatte. Letzter deutscher Radprofi in Gelb war im Vorjahr Linus Gerdemann, der diesmal verletzt fehlt. Der Münsteraner, als TV-Experte für das ZDF im Einsatz, zählte zu den ersten Gratulanten. «Ein Zeitfahren gewinnt man nicht aus Zufall, da muss man schon sehr stark sein. Mindestens morgen wird er sein Trikot noch verteidigen können», sagte Gerdemann.
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Stefan Schumacher verlässt fassungslos das Podium.
Stefan Schumacher hängt beim Zeitfahren die Weltelite ab.
Jens Voigt belegt im Zeitfahren einen guten siebten Platz.
Fabian Cancellara war der große Favorit für das Zeitfahren.
Sylvain Chavanel kämpft sich über die Strecke.
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