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10.07.2008 - (rsn/dpa/sid) – Stefan Schumacher ist bei der Tour de France in Folge eines Sturzes nach nur einem Tag das Gelbe Trikot wieder los. Im Finale der 6. Etappe kam der bis dahin sehr souverän wirkende Gerolsteiner-Kapitän wenige hundert Meter vor dem Ziel zu Fall, als er das Hinterrad von Kim Kirchen (Columbia) touchierte. Nach 195,5km von Aigurande hinauf zur Bergankunft nach Super Besse siegte der Italiener Riccardo Ricco (Saunier Duval) im Sprint einer hochklassig besetzten Spitzengruppe vor dem Spanier Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) und dem Australier Cadel Evans (Silence-Lotto).
Bittere Ironie der Ereignisse: Schumacher, der 32 Sekunden nach Ricco ins Ziel kam, musste das Trikot ausgerechnet an Kirchen (Columbia), der Fünfter wurde, abgeben. Der 30-Jährige Columbia-Kapitän führt jetzt mit sechs Sekunden vor Evans. Schumacher fiel mit 16 Sekunden Rückstand auf Rang drei zurück. „Kirchen ist mir ins Rad gefahren, aber das war keine Absicht", erklärte der Gestürzte nach dem Rennen tief enttäuscht. "Der Sturz hat mich das Trikot gekostet. Das ist natürlich bitter. Ich habe mich aufgerappelt und nochmal alles gegeben, bin aber nicht mehr herangekommen. Es ist nicht schön, so das Trikot zu verlieren"
Kirchen übernahm nicht nur zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot bei der Tour, sondern holte sich auch das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers vom Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) zurück.“Das ist unglaublich, aber ich denke, ich habe mir das Gelbe Trikot verdient. Meine Mannschaft war heute sehr stark. Natürlich ist es schade, dass Schumacher gestürzt ist“, sagte der neue Gesamtführende nach dem Rennen.
Auf der steil ansteigenden Zielgeraden an der Skistation Super-Besse im Zentralmassiv überschlugen sich auf 1.289 Metern Höhe die Ereignisse. Nach mehreren Angriffen seiner Konkurrenten, die Schumacher stets problemlos mitgehen konnte, passierte das Missgeschick. Kirchen fuhr eine kleine Welle, Schumacher berührte das Hinterrad des Luxemburgers, riss bei seinem Fall noch seinen Teamkollegen Bernhard Kohl mit zu Boden und musste tatenlos mit anschauen, wie ihm die anderen Favoriten davonfuhren.
Der 24-jährige Ricco, der in der Gesamtwertung bereits deutlichen Rückstand hat, ließ im Sprint Valverde keine Chance und feierte seinen ersten Tour-Etappensieg mit Ansage. Hinter Evans landete der Luxemburger Fränk Schleck auf dem vierten Rang (+0:04). Während mit dem Russen Denis Mentschow (Rabobank) ein weiterer der Favoriten auf den Gesamtsieg als Neunter mit sieben Sekunden Rückstand noch auf den vorderen Rängen ins Ziel kam, konnte der Italiener Damiano Cuneflöwen.
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