Neue Rennserie geplant

ProTour am Ende - Teams geben ihre Lizenzen zurück

15.07.2008  |  (rsn/dpa/sid) – Am ersten Ruhetag der Tour de France haben die 17 am Rennen beteiligten ProTour-Teams bei einem Treffen in Pau einstimmig beschlossen, ihre ProTour-Lizenzen für die Saison 2009 nicht zu verlängern. Damit ist die im Jahr 2005 vom Weltverband UCI installierte Rennserie nach nur vier Jahren am Ende.

Wie es in einer Pressemitteilung vom Nachmittag hieß, arbeiteten die Teams an einem neuen System, mit dem sich der professionelle Radsport organisieren ließe. Eine diesbezügliche neue Vereinbarung sei bereits mit den Vertretern der drei großen Rennveranstalter ASO (Tour de France), RCS (Giro d’Italia) und Unipublic (Vuelta a Espana) unterzeichnet worden. Man erwarte, dass sich die UCI an dem Projekt beteilige.

Es habe sich gezeigt, dass die Rennserie nicht mit den Vorstellungen der Teams und Sponsoren "unter einen Hut" zu bringen sei", kommenmtierte Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer den Schritt der Rennställe.

Damit hat die UCI den Machtkampf mit den Veranstaltern der drei großen Rundfahrten Tour, Giro und Vuelta endgültig verloren. Startete die ProTour noch mit fast 30 Rennen, so umfasst umfasst die Serie in dieser Saison nur noch 15 Rennen, nachdem Tour, Giro und Vuelta nicht nur mit ihren Rundfahrten ausstiegen, sondern auch mit ihren Klassikern wie Mailand-San Remo, Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich. Deutsche ProTour-Rennen in diesem Jahr sind noch die Hamburger Cyclassics und die Deutschland-Tour.

Eine endgültige Abspaltung der Top-Mannschaften hatte sich abgezeichnet, nachdem im März das Traditionsrennen Paris-Nizza erstmals unter ASO-Regie statt unter UCI-Hoheit stattgefunden hatte. Auch bei der Tour de France ist der Weltverband außen vor. Die Doping-Kontrollen beim Saison-Höhepunkt in Frankreich laufen unter der Oberaufsicht der nationalen Anti-Doping-Agentur AFL unter Assistenz der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Der Weltverband, der für die ProTour-Lizenzen, die einen Start bei allen bedeutenden Rennen garantierten, pro Jahr 75 000 Euro pro Team kassierte, wurde am Dienstag von den Beschlüssen offiziell informiert. Gerolsteiner und andere Team haben bereits Lizenzen über 2009 hinaus. «Ich werde sie nicht verlängern, das gilt auch für meine Kollegen», sagte Team-Chef Hans-Michael Holczer, der betonte: "Wir brauchen weiter den Weltverband, aber unsere Interessen müssen stärker berücksichtigt werden."

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