Profi-Radsport

Spritzen, Flüssigkeiten und Transfusionsbeutel

Polizei findet bei Duenas Doping-Arsenal

17.07.2008 - (sid) - Der in der A-Probe überführte Spanier Moises Duenas (Barloworld) hat bei der Tour de France ein wahres Doping-Arsenal mit sich geführt. Wie die Staatsanwaltschaft in Tarbes am Donnerstag mitteilte habe man bei der Durchsuchung seines Hotelzimmers Spritzen, Nadeln und Transfusionsbeutel gefunden. Der Chef des Barloworld-Rennstalls, Claudio Corti, kündigte umgehend die Entlassung des Fahrers an.

Auch ein noch nicht auf dem französischen Markt zugelassenes Medikament namens ADP sei bei Duenas gefunden worden, wie zudem viele andere Produkte, die noch nicht zugeordnet werden können. Laut Staatsanwalt Gerard Aldige ist ADP vom französischem Gesundheitsamt verboten und darf nicht in das Land eingeführt werden.

Duenas war in einer Probe nach der 4. Etappe EPO-Missbrauch nachgewiesen worden. Nach französischem Recht droht dem Spanier eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine Geldbuße von bis zu 75.000 Euro. Bis zu zwei Jahre und eine Geldstrafe von 3750 Euro drohen wegen Gebrauchs und Besitzes giftiger Substanzen, drei Jahre und eine hohe Geldstrafe wegen des Imports verbotener Güter.

Bereits am Donnerstagmorgen hatte ihn die Staatsanwaltschaft in Tarbes verhört, die danach umgehend ein Verfahren gegen Duenas einleitete. "Er hat zugegeben, die Produkte ohne Wissen der Mannschaftsärzte gekauft und genutzt zu haben, um seine Leistung zu steigern", sagte Aldige. Er hätte die Zusammensetzung der Mittel nicht gekannt und sich diese oral oder intravenös zugeführt.